Fachkräfte gesucht

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Heiko Becker

Foto: privat

Ja, wo sind sie denn alle? Haben Sie schon welche gefunden? Sind Sie auch auf der Suche nach Mitarbeitern, Fachkräften, Küchen- oder Spülhilfen, neuen Kollegen und Kolleginnen, die uns unterstützen und im täglichen (Küchen-)Wahnsinn zur Seite stehen?

Was ist das für ein Drama geworden? Früher konnten wir uns die Kollegen und Kolleginnen aussuchen. Heute ist die qualifizierte Mitarbeitersuche einer der größten Herausforderungen für uns Gastronomen geworden. Akademisierung oder Fachkräftemangel lautet das Zauberwort – alle reden darüber, aber wer macht etwas dagegen?

Speed-Personal-Dating, Job-Castings oder Job-Messen – keine Idee ist skurril genug, um Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu werben. Verrückt? Verzweifelt? Arbeitgeber müssen sich immer mehr ins Zeug legen, um bei der Personalgewinnung zu überzeugen. „Mitarbeiter händeringend gesucht“ ist wohl die meistgesuchte Phrase im Netz.

Hilfestellungen annehmen

Der Verband der Köche Deutschlands, die größte Interessenvertretung der Köche in Deutschland, geht mit gutem Beispiel und als Impulsgeber voran. Die Herausforderungen der Zukunft wurden schon längst erkannt. Was können Unternehmen tun, um Mitarbeiter einzustellen oder besser noch zu halten? Was kann man tun, damit die Arbeitnehmer nicht wegen 300 Euro zu einem anderen Arbeitgeber wechseln?

Dabei geht es um Emotionen, Unternehmenskultur oder Führungs- Erfahrungen. Das können Sie in Seminaren, Thementagen oder Vorträgen erfahren. Aber es gibt auch andere positive Beispiele: Mein Unternehmen, L & D – die persönliche Gastronomie, gibt als Vorgabe, in jedem zu betreuenden Gebiet – und davon gibt es bundesweit immerhin acht – jeweils drei Auszubildende einzustellen. Eine lohnende Investition in die Zukunft. Die Kosten werden zentral getragen. Da werden also auch die Mitarbeiter mit einbezogen, um sich so auf die zukünftige Entwicklung einzustellen.

Anreize schaffen

Personal Recruiting sind die Aufgaben der Zukunft, der wir uns alle stellen dürfen oder müssen. Wir müssen unsere Mitarbeiter begeistern, ihnen ihre Arbeitsstelle(n) in der Gastronomie schmackhaft machen.

Alte Schule, wo noch Tobsuchts- Anfälle der Chefs an der Tagesordnung waren, sind längst vorbei. Die Tugend der Zukunft ist eine Mitarbeiterkommunikation, die den Mitarbeiter wertschätzt, ihn teilhaben lässt an der Gestaltung der Dienstpläne, um sich auch so auf sein Familienleben einzustellen. Aber trös ten Sie sich, es geht nicht nur unserer Branche so. Laut einer Studie des Personaldienstleisters Manpower Group steht das Gastgewerbe gerade mal an Platz 10 im Ranking der schwierig zu besetzenden Positionen in Deutschland. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage wird größer und der Kampf um die Talente härter. 40 Prozent der Unternehmen haben Probleme, und diese werden nicht weniger.

Wo suchen Sie denn Ihre Mitarbeiter der Zukunft? Bei Facebook oder einschlägigen Foren im Internet oder sogar noch ganz „old school“ in der Zeitung? Egal, wichtig ist, Sie wecken die Emotionen der zukünftigen Mitarbeiter und erregen Aufmerksamkeit für sich und unsere Branche – sehen Sie Ihre Stellenanzeige als Werbemöglichkeit.

Was können wir als Branche tun?

Seien wir stolz auf unseren Beruf- (Stand), erzählen Sie es allen, die es (nicht) hören wollen, dass Sie in einem tollen Team arbeiten, auch wenn es manchmal stressig ist. Bieten Sie Ihren potenziellen Mitarbeitern Perspektiven, feste Arbeitszeiten. Bieten Sie Weiterbildungen an, vermarkten Sie sich und unseren Berufsstand und bessern Sie Ihr und unser Image. Engagieren Sie sich, z. B. bei der Ausbildung oder Prüfungen. Nehmen Sie sich Zeit, die Sie sich früher von Ihrem Chef gewünscht hätten.

Wichtig ist: Gehen Sie neue Wege und verlassen die alten Trampelfade – nur so gewinnen wir motivierte Mitarbeiter für die Zukunft.

Ihr Heiko Becker  

Zuschriften bitte an redaktion@catering.de

Zuschristen bitte per E-Mail an redaktion@catering.de

Heiko Becker ist gelernter  Koch, Mitglied im Verband der  Köche Deutschlands und seit  15 Jahren für das Cateringunternehmen  L & D im Betriebsrestaurant  einer Berliner Bundesbehörde  mit ca. 700 Gästen  täglich tätig. Geboren und  aufgewachsen ist er in (Ost-)  Berlin. Dort besuchte er die  Hotelfachschule und absolvierte  seine Ausbildung in der  GV, in Sterne-Restaurants und  im In- und Ausland. 

 

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