Frozen Yogurt – US-Import im Retro-Eiswagen

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Junge mit Eis

Nach Brownies, Cup Cakes, Smoothies und Turbokaffeesorten „Tall-Latte-Macchiato-Decaf-To-Go“ schwappt jetzt der nächste Trend aus Amerika nach Deutschland: Frozen Yogurt, gefrorener Joghurt, sieht aus wie Softeis, schmeckt aber anders. Die Läden heißen „Yoli“, „Yobarca“ oder wie in Köln „Foxberry“. Neu in Berlin ist jetzt eine mobile Variante.

Matthias Schwach (35) hat einen italienischen Piaggio-Dreirad- Wagen zur mintgrünen Eisdiele, pardon: Frozen-Yogurt-Diele, umgebaut. Damit stellt er sich zum Beispiel vor die Mensa der Humboldt- Universität oder in den Monbijoupark nahe der Museumsinsel. Der Stromgenerator dröhnt. Bis zu 170 Portionen verkauft er am Tag, wenn es heiß ist. Es ist ein Knochenjob mit einer Sieben-Tage-Woche, der ihm Spaß macht. Die Idee hat er aus Los Angeles, wo er sich von „Pinkberry“ inspirieren ließ. Was der Jungunternehmer im Winter machen wird, weiß er noch nicht.

Zur Arbeit bei „Yo’Munchy“ kann er in Shorts, Strandlatschen und mit Dreitagebart erscheinen. Das sei „das Tollste“, findet er. Im früheren Leben war er Fernsehproduzent beim Finanznachrichtendienst Bloomberg, so erzählt er. Heute beschäftigt sich der Ex-BWL-Student nicht mehr mit Fonds und Anlagetipps, sondern mit „Toppings“. So heißen die Häufchen von Kekskrümeln, Smarties oder Obststücken, die auf dem Joghurt-Klacks landen.

Den Frozen Yogurt bereitet er morgens in seinem Lager zu, aus Magermilchjoghurt, Zucker und entrahmter Milch. Anders als bei Eis kommt keine Sahne hinein, deswegen ist es auch weniger fett, sagt Schwach. Wie viele Kalorien eine Portion (2 Euro) hat, weiß er aber nicht. Gerade sind Erdbeeren gefragt, die süßen Marshmallows weniger.

Besonders bei Ostdeutschen dürfte die Portion aus der Softeismaschine Kindheitserinnerungen wecken. „Es hat mit Softeis überhaupt nichts zu tun.“ Nur die Produktionsweise sei ähnlich.Frozen Yogurt schmeckt säuerlich, wie cremiger Joghurt aus dem Eisfach. Der Name „Yo’Munchy“ setzt sich aus „Yogurt“ und „Munchy“ (Heißhunger) zusammen.

Joghurt ist somit ein ganz einfaches Produkt, das unversehens in die Lifestyle-Ecke gerutscht ist. Bereits 1981 wurde in Little Rock, Arkansas, die Kette TCBY („This Can’t Be Yogurt“ – jetzt: „The Country’s Best Yogurt“) gegründet. Heute sind dagegen wieder Kalorienbomben wie die der Kette „Cold Stone“ an der US-Ostküste populär. Ein neuer Trend ist Frozen Yogurt in den USA also nicht mehr. Auch in Deutschland kennen nicht nur Globetrotter die Süßigkeit schon länger. Gefrorener Joghurt lässt sich gut selbst herstellen.

Nostalgische Eiswagen fahren in Amerika immer noch durch die Straßen. Jeder hat seine eigene Melodie, so dass die Kinder im Haus genau erkennen, welcher Wagen mit welchem Eis- oder Joghurtangebot gerade durch ihre Nachbarschaft kurvt. Auch Matthias Schwach wollte sich zuerst einen Lautsprecher mit Musik zulegen. Er habe aber auch so genug zu tun, sagt er. (dpa)

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