Heißgetränke: Frucht im Glas

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„5 am Tag“ lautet die DGE-Empfehlung zum Verzehr von Obst und Gemüse, mindestens eine Portion davon kann auch im Glas genossen werden – zum Beispiel als Heißgetränk.

Fruchtsaft ist ein idealer Punsch-Partner. Grundsätzlich können alle Fruchtsäfte und Fruchtnektare als Basis für heiße Mischgetränke eingesetzt werden. Die Klassiker sind nach wie vor Orangensaft und Apfelsaft, aber auch Kirsch- oder Johannisbeernektar sind gefragt.

Orangen-Pfeffer-Punsch

Orangen-Pfeffer-Punsch. Foto: Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie

Da jeder Fruchtsaft bzw. -nektar seine eigene Textur und sein eigenes Aromenspektrum mitbringt, gibt es für die Zubereitung von Heißgetränken und Punsch auch ideale „Partner“, die die Getränke zu genussvollen Highlights machen, informiert der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) und nennt folgende Beispiele: Apfelsaft lässt sich gut mit Zitronenmelisse, Zimt oder Pfeffer kombinieren, Orangensaft mit Anis, Salbei oder Thymian, Sauerkirschnektar mit Lorbeer, Piment, dunkler Schokolade oder rotem Pfeffer und Johannisbeernektar mit Rosmarin, Thymian oder Lorbeer.

Darüber hinaus sind Fruchtsäfte und -nektare auch ideale Foodparing-Partner. Apfelsaft passt beispielsweise gut zu Fisch, Pasta, Meeresfrüchten, Winter- und Rohkostsalaten, Eintöpfen, Kurzgebratenem, Spargel, Zwiebelkuchen, Quiche Lorraine oder Flammkuchen.

33 Liter pro Kopf und Jahr

Dabei ist Apfelsaft auch der am häufigsten getrunkene Saft in Deutschland. „Die Bundesbürger konsumieren im Schnitt ca. 33 Liter Fruchtsaft und -nektar pro Jahr. Apfelsaft war im vergangenen Jahr wieder der beliebteste Saft (7,9 l/pro Kopf), vor Orange (7,6 l) und Multivitamin (4,0 l)“, erklärt Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V (VdF).

„Unsere Branche ist vor allem durch die große Anzahl an kleineren und mittleren Betrieben gekennzeichnet. Insbesondere die etwa 200 kleineren und mittleren Keltereien bieten ein großes Sortiment an heimischen Fruchtsäften wie einen Streuobstwiesenapfelsaft oder Birnen- und Quittenvariationen aus ihren Regionen an“, so Heitlinger. „Vom Gesamtabsatz entfallen ca. 10 % des Fruchtsaftes auf die Gastronomie. Stark zugenommen hat der Absatz durch die zunehmende Cocktailszene, in der Fruchtsaft eine wichtige Rolle spielt.“

Apfel-Birnen-Punsch

Apfel-Birnen-Punsch. Foto: Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie

Durch das vielfältige Angebot von Fruchtsäften und -nektaren sind die Geschmacksvarianten am Markt groß und das ganze Jahr verfügbar. Von den Dauerbrennern Apfel- und Orangensaft reicht die Vielfalt über heimische Sorten wie Johannisbeere oder Quitte, bis hin zu Exoten wie Grapefruit und Guave. Auch das Portfolio von Mischungen verschiedener Fruchtarten wird zunehmend größer. Ob Apfel-Aronia oder in Kombination mit Sanddorn − die geschmackliche Vielfalt von Fruchtsäften und Fruchtnektaren lässt kaum Wünsche offen. Besonderen Reiz bieten auch aufmerksamkeitsstarke Mischungen mit Kräutern und Gewürzen, wie Wacholder, Ingwer oder Zitronenthymian.

Hohe Nährstoffdichte

Aus ernährungsphysiologischer Sicht zählen Fruchtsäfte nicht zu den Getränken, sondern werden von der DGE aufgrund der hohen Nährstoffdichte den pflanzlichen Lebensmitteln zugeordnet. Gemeinsam mit Obst und Gemüse findet man den Fruchtsaft hier in der Basis der Lebensmittelgruppe als wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Denn nach heutigem Stand der Wissenschaft geht man davon aus, dass Obst und Gemüse vor Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Daher empfiehlt die Gesundheitskampagne „5 am Tag“ einen täglichen Konsum von zwei Obstportionen. Ein Glas frischer Fruchtsaft kann dabei gelegentlich eine Portion Obst ersetzen.

75 % der empfohlenen Tagesdosis

Vor allem Orangensaft eignet sich als Vitamin-C-Quelle. Bereits ein Glas von ca. 200 ml liefert bereits 87 % der täglich empfohlenen Vitamin-C-Menge für Frauen bzw. 75 % der täglich empfohlenen Menge für Männer. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die erleichterte Eisenaufnahme. Gerade aus pflanzlichen Lebensmitteln kann Eisen schlechter vom Körper aufgenommen werden. Vitamin C kann, bei gleichzeitiger Zufuhr, die Aufnahme verbessern. Beim Frühstück mit Vollkornmüsli unterstützt so ein Glas Orangensaft die Eisenaufnahme und kann vor allem Vegetariern und Veganern helfen, den täglichen Eisenbedarf zu decken.

Hinzu kommt: Fruchtsäfte weisen einen niedrigen bis mittleren glykämischen Index auf. Naturtrüber Apfelsaft hat beispielsweise einen niedrigen glykämischen Index von 37, der von Orangensaft liegt bei 50. Auch Grapefruit- und Ananassaft haben mit 48 beziehungswiese 46 einen niedrigen glykämischen Index. Dies ist besonders wichtig für Diabetiker und übergewichtige Menschen, die Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index meiden sollten. htl

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