Superfood ist alles andere als gut

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Superfoods wie Chiasamen werden oft zur Verfeinerung von Müslis genutzt. Foto: Heiko Stuckmann / pixelio

Superfoods wie Chiasamen werden oft zur Verfeinerung von Müslis genutzt. Foto: Heiko Stuckmann / pixelio

Gar nicht super: Superfoods sind weniger gesund als die Werbung glauben machen will. Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind sie schlicht überflüssig, urteilt die Zeitschrift Ökotest in der April-Ausgabe. Schlimmer noch: Einige sind sogar mit Pestiziden, Mineralölen und anderen Schadstoffen belastet, wie der Labortest zeigte.

Ökotest testete 22 Produkte auf ihre Belastung mit Schadstoffen. Das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Produkte fallen mit einem „ungenügend“ oder „mangelhaft“ durch. Nur zwei Produkte -es handelt sich um Bio-Gojibeeren und Bio-Kokosöl – erreichen ein „sehr gut“ bzw. „gut“. Enttäuscht haben insbesondere viele Bio-Produkte: Zwei von ihnen sind nicht einmal verkehrsfähig.

Superfoods im engeren Sinn werden meist als Pulver, Samen oder Extrakt angeboten. Sie sollen vorzugsweise Smoothies oder Müsli aufwerten. Oft werden sie mit außergewöhnlichen ernährungsphysiologischen Wirkungen beworben. Chiasamen etwa sollen gegen Blutzuckerstress, Schlaganfallrisiko und Herzinfarktgefahr wirken. Gojibeeren und Moringablätter gelten als Anti-Aging-Mittel und Hanfsamen sollen Müdigkeit und Erschöpfung vertreiben.

Wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht. Trotzdem wird weiter mit hohen Gehalten an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen oder Enzymen geworben. So haben es die Superfoods bis in die Regale von Discountern und Supermärkten erobert.

Wenn die Produkte schon wenig bewirken, sind sie dann wenigstens unbedenklich? Zumindest bei Chiasamen ist man sich da offenbar nicht ganz sicher. So fehlen in Europa bislang Erfahrungen und Daten über die Auswirkungen eines langfristigen Verzehrs, weshalb die Ölsaat seit 2013 als neuartiges Lebensmittel zugelassen ist – verbunden mit der Auflage, die Samen ausschließlich vorverpackt und mit dem Hinweis auf eine maximale tägliche Aufnahme von 15 Gramm an den Verbraucher abzugeben.

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