Nachhaltige Nachfrage

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Frau mit fairem Kaffee

Die Verbraucher fragen vermehrt nach Kaffee aus Fairem Handel - im Handel wie in der Gastronomie.

Im Handel sieht man sie fast überall und auch in den Außer-Haus-Markt ziehen sie zunehmend ein: nachhaltige und kontrolliert biologische Produkte. Große Betriebe, darunter die weltweit größte Kaffeehauskette, haben ihr Espresso-Sortiment auf Produkte aus Fairem Handel umgestellt. Damit zählen sie zu den Pionieren einer Bewegung, die in den nächsten Jahren sicherlich noch viele Anhänger finden wird. Der Außer-Haus-Markt ist in Bewegung. Der Absatz von Fairtrade-Produkten wächst stetig, nicht zuletzt aufgrund der immer lauter werdenden Rufe der Verbraucher nach mehr Transparenz bei Qualität und Herkunft der Lebensmittel. Neben Kaffee, Tee und Kakao, werden auch zunehmend Produkte wie Zuckersticks, Wein, Säfte, Eiscreme, etc. ins gastronomische Sortiment aufgenommen. Welche Vielfalt der Produkte für den Außer-Haus-Markt zur Verfügung steht, zeigt die Messe FA!R2010 (23.-25.September), Messe mit Fachtagung zum Fairen Handel, die erstmals in der Messe Westfalenhallen Dortmund stattfindet.

„Der Außer-Haus-Markt ist in Deutschland der Bereich bei Fairtrade mit der größten Dynamik und den höchsten Wachstumsraten“, sagt Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair e.V. „In einer Studie gaben mehr als die Hälfte der Verbraucher an, in Zukunft noch stärker ethisch konsumieren zu wollen. Produkte aus Fairen Handel tragen diesem Trend Rechnung“, so Overath. Der gemeinnützige Verein Transfair e. V. setzt sich seit 1992 für den Fairen Handel und damit für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Produzentenfamilien ein.

Seit 2004 hat sich der Absatz von Fairtrade-Produkten im Außer-Haus-Markt mehr als vervierfacht. Der höchste Umsatz wurde dabei mit Kaffee, Tee und Trinkschokolade erzielt. Vor allem die Nachfrage nach fair gehandeltem Biokaffee stieg: Im Jahre 2009 wurden 238 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee in über 15.000 Coffee-Bars, Bäckerei- und Konditoreifilialen, Kantinen und anderen gastronomischen Betrieben ausgeschenkt.

Bei vielen Gastronomie- und Hotelleriebetrieben ist das Thema allerdings noch nicht wirklich angekommen. Ein Grund dafür ist, dass fair gehandelte Produkte häufig zu Unrecht in der Kritik stehen, überteuert zu sein oder den Ansprüchen der Gäste nicht Genüge zu tun. Dabei ist eher das Gegenteil der Fall: „Fairtrade-Kaffees belegten bei Stiftung Warentest oder Ökotest Spitzenplätze. Darüber hinaus bieten Fairtrade-Produkte gastronomischen Betrieben die Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben und dem Verbrauchertrend nach Transparenz und fairen Produktionsbedingungen Rechnung zu tragen, so Overath.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Mittlerweile gibt es jedoch rund 40 Hersteller, die jeweils verschiedene Sorten Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel anbieten, davon tragen 65 Prozent zusätzlich das Bio-Siegel. Und das Sortiment wird stetig erweitert. Den Fairtrade-Kaffee gibt es in unterschiedlichen Spezialitäten von mild, über Espresso, sowie auch gemahlen, als ganze Bohne oder Instant. Darüber hinaus sind Zuckersticks, Saft, Wein, Trinkschokolade, Reis, Gewürze, Schokoladenriegel und Eiscreme mit dem Fairtrade-Siegel erhältlich. Tee, Kaffee und Trinkschokolade sind zudem auch als Vending-Produkte für Heißgetränkeautomaten verfügbar. Das heißt, an einer zu geringen Auswahl kann die Entscheidung für fair gehandelte Produkte nicht scheitern.

Der Kostenfaktor spielt in der Gastronomie natürlich immer eine wesentliche Rolle. Preislich liegen die Produkte aus Fairem Handel über Weltmarktniveau, damit sie sowohl die Produktions- als auch die alltäglichen Lebenshaltungskosten der Produzenten decken können. Sie müssen damit aber nicht automatisch teurer, sondern können auch günstiger sein als konventionelle Produkte, sofern sie nicht mit Sonderangeboten verglichen werden.

Neben dem Preis stellt auch die fehlende Zeit, sich ausführlicher mit dem Thema zu befassen, ein wichtiges Kriterium für viele Gastronomen dar. Da das Angebot jedoch stetig wächst, ist der Einkauf der Produkte wesentlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Meist hat der jeweilige Großhändler bereits einige faire Produkte im Sortiment. Darüber hinaus bieten Fair-Handels-Organisationen Unterstützung an. Dazu gibt es spezielle Angebote für gastronomische Betriebe während der Fairen Woche im September 2010 zum Beispiel. Interessierte Gastronomen können hier selbst Kunden-Aktionen mit fair gehandelten Produkten durchführen, um besser beurteilen zu können, welche Produkte am besten ins eigene Sortiment passen.

Eine gute Gelegenheit, Produkte aus Fairem Handel kennenzulernen und sich ausführlich zu diesem Thema beraten zu lassen, bietet außerdem die Messe FA!R2010, die vom 23. bis 25. September erstmals in der Messe Westfalenhallen Dortmund stattfindet. Die Messe wird das gesamte Produktspektrum des Fairen Handels abbilden und viele nützliche Informationen für Fachleute und Endverbraucher liefern. Hersteller, Importeure, Händler und Lizenznehmer aus Deutschland und dem Ausland präsentieren faire Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Textilien und Blumen. Dazu locken eine Modenschau, eine faire „Genusswelt“ mit Kochduell, Kaffee-, Tee-, Wein- und  Schokoladen-Verkostungen, Cocktail- und Cafébar und vieles mehr. Darüber hinaus wird es im Rahmen der Messe eine Fachtagung zum Fairen Handel geben. Sie greift unter dem Titel: „Konsequent glaubwürdig?! – Globales Wirtschaften auf dem Prüfstand“ das Thema Wirtschaftsethik auf und diskutiert mit Fachleuten aus dem europäischen In- und Ausland über Wirtschaftsethik, Produktionsbedingungen ausgewählter Rohstoffe, sozial gerechtes Beschaffungswesen sowie über die Zukunft der Weltläden.

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