Milchpreise steigen – Aldi geht voran

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Milch wird teurer - zuerst bei Aldi. Foto: Bilderbox

Nach Kaffee werden auch Milch und viele Milchprodukte teurer. Aldi vollzog am Montag Preiserhöhungen. Weitere Handelsriesen dürften folgen. Milch würde damit so teuer wie in den Jahren vor 2006.

Milch wird nach einem Jahr weitgehend stabiler Preise spürbar teurer. Der führende deutsche Discounter Aldi hob am Montag nach Informationen aus Branchenkreisen die Preise für Trinkmilch um 4 Cent je Liter an. Das sind bis zu 8 Prozent mehr. In der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen den einzelnen Handelskonzernen und Molkereien über Halbjahresverträge geht Aldi am Kühlregal voran. Auch bei einigen Milchprodukten wie Sahne, Magerquark und Kondensmilch erhöhte Aldi laut Marktbeobachtern Preise. Als Hintergrund wird eine hohe Nachfrage auf dem Weltmarkt gesehen. Aldi Süd äußerte sich am Montag zu dem Thema nicht. An den Discountern orientieren sich Supermärkte in der untersten Preislage.

Ebenso wie Aldi hielt sich auch der größte Lebensmittelhändler in Deutschland, Edeka, am Montag mit einer Stellungnahme zum Thema Milchpreis zurück. Ebenso der Aldi-Rivale Lidl. Milchprodukte gehören zu den Artikeln, die häufig gekauft werden und damit im Fokus der Verbraucher stehen. Beobachter gehen davon aus, dass auch andere große Lebensmittelhändler in den nächsten Tagen Preisanhebungen vornehmen werden. «Milch ist knapper geworden. Damit steigen die Einkaufspreise», sagte ein Rewe-Sprecher. Konkrete Angaben, ob und wann Preise für Milchprodukte am Regal steigen, machte er nicht.

Ursprünglich waren zumindest einzelne Molkereien nach Information der «Lebensmittel Zeitung» mit der Forderung nach fast 20 Prozent Plus in die Verhandlungen gegangen. So sei bei der Trinkmilch anfangs von bis zu 8 Cent mehr pro Liter die Rede gewesen sein. Bis zur letzten Minute hätten Molkereien und Handel um neue Kontrakte für das Milchbasissortiment gerungen. Bis Mitte vergangenen Woche seien erst wenige Verträge für Lieferungen ab 1. Mai zu neuen Konditionen unter Dach und Fach gewesen. Weil die Konkurrenz Sorge habe, dass Aldi die höheren Einkaufspreise nicht vollständig weitergebe, wollte sie laut Zeitung am liebsten warten, bis der neue Aldi-Preis am Regal steht.

Die Milcherzeuger hoffen nun auf weiter steigende Auszahlungen für ihre Rohmilch. «Wenn das ein Cent mehr wird, können wir froh sein», sagte Gerd Krewer, Vize-Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft NRW. Nur 30 Prozent der Rohmilch werde in Deutschland zu Trinkmilch verarbeitet. (dpa)

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