Interview mit Katja Borghaus, Geschäftsführerin Aramark

0

Tütchen aufreißen und nach Anweisung kochen? Die Gemeinschaftsverpflegung kann als Arbeitgeber deutlich mehr bieten, um Köche zu begeistern. Über die Chancen der Personalführung sprach CATERING MANAGEMENT mit Katja Borghaus, Geschäftsführerin Human Resources bei Aramark.

Frau Borghaus, Aramark geht Change-Prozesse aktiv an und bemüht sich darum, dass die Mitarbeiter neue Konzepte mittragen. Welche Voraussetzungen sind dazu nötig?

Wir arbeiten als großer Caterer in einer dezentralen Organisation. Gute Führung gepaart mit einer guten Kommunikation ist hier ganz wichtig – und gleichzeitig eine große Herausforderung. In der Regel sind es vier bis fünf Hierarchieebenen von der Geschäftsführung zu den Küchenleitern. Wenn die Ideen von oben nicht richtig transportiert werden, kommen sie unten nicht an. Insofern ist es wichtig, dass die Führungskräfte gut ausgebildet sind und dass eine gute Führungskultur herrscht.

Wie gelingt das?

In vielen Küchen überwiegt immer noch ein autoritärer Führungsstil, der wenig weiche Führungsfaktoren enthält, wie Wertschätzung, Anerkennung, Information und Kommunikation. Wir haben uns deshalb vor einigen Jahren entschieden, ein neues Führungskräfteprogramm ins Leben zu rufen, das vor allem diese weichen Führungsfaktoren fördert und so einen Kulturwandel bei Aramark herbeiführen soll. Dafür wurden wir 2014 mit dem Caterer des Jahres und auch mit dem Internationalen Deutschen Trainingspreis prämiert.

Anerkennung und Wertschätzung muss von der Geschäftsführung vorgelebt und mit Programmen untermauert werden. Das müssen sie von allen Seiten unterstützen. Dazu zählt bei uns ein Mitarbeiteranerkennungstag, ein System, mit dem kleine Gutscheine oder Dankesnachrichten verschickt werden können, und auch unser Ringof- Stars-Programm, das einmal im Jahr den besten vier operativen Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, mit 200 internationalen Kollegen in den USA gefeiert zu werden. Es macht mich stolz, heute sagen zu können, dass Führungskräfte- und Anerkennungsprogramme unser mittlerweile vollumfängliches und modernes Personalwesen komplettieren. Natürlich war die Reise dorthin ein Veränderungsprozess.

Mitarbeiterförderung kostet Geld. Rechnet sich das?

Wenn Sie nicht in Mitarbeiter- und Talententwicklung investieren, dann sind Sie darauf angewiesen, Mitarbeiter vom Markt zu rekrutieren, die Sie erst ausbilden müssen – und das kostet mehr Geld. Aramark hat eine sehr niedrige Fluktuation, gerade bei Führungskräften, und besetzt Führungsrollen in der Regel mit internen Talenten. Deshalb sind wir schon seit langem der Überzeugung, dass sich Investitionen in die Mitarbeiter immer auszahlen.

Wir stellen dafür jährlich ein gewisses Budget zur Verfügung, das vermutlich auch höher ist als bei anderen Caterern, werden aber im Gegenzug mit einer hohen Stabilität und engagierten Mitarbeitern belohnt, die bereit sind, auch einen Extra-Schritt zu gehen. Zudem spricht sich diese Firmenkultur in der Branche herum. Wenn ich Bewerber frage, warum sie zu Aramark möchten, nennen sie immer Innovation, Qualität und Mitarbeiterentwicklung. Also hilft uns die Investition in unsere Mitarbeiter auch dabei, unser Employer Brand zu stärken und gute Mitarbeiter vom Markt für uns zu gewinnen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Print-Ausgabe 09/2017 von CATERING MANAGEMENT. »Hier geht es zur Bestellung.

 

Kommentare sind deaktiviert