Der Insektenburger ist mehr als ein Trend

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Als die EU Anfang 2018 erstmals Insekten als Lebensmittel zuließ, standen die beiden Gründer der Bugfoundation schon in den Startlöchern: Die Insektenburger waren entwickelt, die Kooperation mit einem Großproduzenten in den Niederlanden hatte sich in einer Testphase bewährt und erste Kunden waren gewonnen. Die Würmer scheinen zu schmecken. Mittlerweile hat das Start-up schon Pattys im zweistelligen Tonnenbereich verkauft. (Von Sabine Hartleif)

Insektenburger Übermorgen

Hans im Glück bietet testweise einen Insektenburger unter dem Namen „Übermorgen“ an. Foto: Hans im Glück

Die Zahl der Kunden ist zwar noch nicht sehr lang; dafür kennt jeder ihre Namen: Tegut führt die Insektenburger der Bugfoundation in allen Filialen, Rewe bietet sie in knapp 1.200 Märkten an und Hans im Glück hat den Burger probeweise unter dem Namen „Übermorgen“ in 49 Restaurants bundesweit auf die Speisekarte gesetzt. Ob sie dort auf Dauer bleiben, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.  Erste Reaktionen fielen jedoch positiv aus.

1.000 Buffalowürmer

Für einen 100-g-Patty werden rund 1.000 Buffalowürmer fein zermahlen und unter anderem mit Öl, Zwiebeln und Gewürzen vermischt. Die Zuchtfarm und auch der Produzent der Pattys sind in den Niederlanden beheimatet.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt für die beiden Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, Baris Özel und Max Krämer, eine wichtige Rolle. Das gleiche gilt für die ethische Verantwortung des Lebensmittelkonsums: „Die meisten Insekten leben natürlicherweise zusammen in Massen und fühlen sich wohl dabei. Wo Massentierhaltung allgemein als kritischer Aspekt gegen exzessiven Fleischkonsum angebracht werden muss, gilt dieser nicht in Bezug auf den Buffalowurm, welcher sehr einfach artgerecht gezüchtet werden kann“, heißt es dazu auf der Website der Bugfoundation.

Das kommt offenbar gut an. Auf der Internorga war der Stand der Bugfoundation ständig von Menschentrauben umgeben. Sehr interessant fand Baris Özel die Gruppe der „Ento-Veganer“, also Veganer, die Insekten essen. Ento steht dabei für „Entomophagie“ und bedeutet den Verzehr von Insekten.

Großes Interesse auf der Internorga

„Auf der Internorga haben wir uns für alle Gastronomiekanäle geöffnet“, erzählt Baris Özel. Lebhaftes Interesse hätten vor allem die (Event-) Caterer gezeigt. „Sie können ihren Gästen mit dem Insektenburger etwas Besonderes bieten und die Aufmerksamkeit erhöhen“, so Özel. Aber auch Hotels, Freizeitparks und auch Studentenwerke stehen in Kontakt mit der Bugfoundation.

Damit das Konzept des Insektenburgers funktioniert, ist allerdings mehr nötig als eine nachhaltige Produktion und ein gutes Gewissen beim Verzehr. „Für uns ist vor allem wichtig, dass die Burger gut schmecken, sonst flaut das Interesse schnell wieder ab“, sagt Özel. Den Geschmack zu beschreiben, ist allerdings schwierig, da es kein vergleichbares Produkt in Deutschland gibt. Nach Angaben der beiden Jung-Unternehmer haben die Bratlinge eine nussige Note und erinnert auch an Sonnenblumenkerne und Erdnüsse.

„Insekten werden sich auch bei uns als Nahrungsmittel etablieren, da sie eine qualitativ sehr hochwertige Proteinquelle darstellen“, ist Baris Özel überzeugt. Schon eher sieht er da den Burger als Trend-Produkt, dessen Zukunft ungewiss ist. Für die Osnabrücker Bugfoundation mit ihren fünf Mitarbeitern ist das kein Problem. So haben Baris Özel und Max Krämer bereits ein neues Produkt entwickelt, das ab bald auf den Markt kommen soll. Doch mehr wollen sie dazu jetzt noch nicht verraten.

Lesen Sie dazu ein Interview mit Peter Prislin, CMO der Hans im Glück Franchise GmbH, in der Mai 2019 Ausgabe con CATERING MANAGEMENT.

 

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