Culinary friends auf Mallorca

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Podiumsdikussion

Foto: culinary friends

Wie lässt sich in Zukunft Personal für die Gastronomie gewinnen, motivieren und binden? Dieser Frage gingen Anfang November rund 300 Profi-Köche und Gastronomie-Fachleute auf dem 14. Campus for culinary friends nach. Der Service-Bund hatte die Teilnehmer dazu nach Mallorca eingeladen.

Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer gab fast jedes zweite befragte Unternehmen im Gastgewerbe an, dass der Fachkräftemangel ein großes Risiko für die Branche darstellt. „Die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge für den Kochberuf hat sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Zeit also, dass sich hier was ändert“, forderte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA, in ihrem Vortrag.

Um das Motto des diesjährigen Campus for culinary friends „Wir meistern die Zukunft: Mitarbeiter heute und morgen“ mit Leben zu füllen, standen neben Hartges noch viele weitere Top-Referenten auf der Bühne und gaben wichtige Impulse für die anschließende Metaplan-Übung, das World-Café und für die Workshops. Darunter waren unter anderem Gastrocoach Vanessa Koch sowie Campus-Präsident Otto Koch. Praktische Unterstützung kam von Spitzenköchen wie Andreas Scholz,  Ludwig „Lucki“ Maurer, Stefan Schwedt und Christoph Brand.

Ausbildungsbetriebe müssen sich bei Bewerbern vorstellen

„Es muss auf das gesamte auf dem Arbeitsmarkt verfügbare Angebot an Arbeitskräften zurückgegriffen werden. Mit der Bildung von gemischten Teams aus Alt und Jung werden verschiedene Mitarbeitergruppen gestärkt und gleichzeitig Schwächen durch die gegenseitige Unterstützung ausgeglichen“, forderte Professor Dr. Andreas Kaapke von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Außerdem müssten die Ausbildungsbetriebe mehr „Werbung in eigener Sache“ machen und sich beim Bewerber vorstellen und nicht umgekehrt.

Um weitere Lösungsansätze zu finden, diskutierten die Teilnehmer in verschiedenen Workshops Herausforderungen und Lösungen zum Thema Personal. Die Forderungen im Überblick: ein besseres Weiterbildungsprogramm, Kommunikations- und Imageoffensiven, Modernisierung der Ausbildungsinhalte, Zusatzqualifikationen, attraktive Sozialleistungen, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, die übliche Work-Life-Balance, Anpassung der Arbeitszeitmodelle und bessere Wertschätzung der Mitarbeiter. „Jetzt gilt es für jeden einzelnen Betrieb, die Vorschläge auch in die Praxis umzusetzen“, resümierte Managementexperte Professor Torsten Olderog, der als Moderator durch die Veranstaltung geführt hatte.

Zum Abschluss erklärte Dirigent Christian Gansch, was Führungskräfte von Dirigenten lernen können: „Viele Abteilungen arbeiten nicht miteinander. Es komme zwischen Dirigent und den Musikern eines Orchesters auf ein lebendiges Wechselspiel der Kräfte an. Großes kann nur dann entstehen, wenn alle aufeinander hören“, so sein Appell an die Teilnehmer, die mit Standing Ovations reagierten.

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