Systemgastronomie als Vorbild im Recruiting

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Das Wesen der Systemgastronomie ist die Standardisierung. Die Vereinheitlichen von Ausstattung und Abläufen lässt sich beliebig vervielfältigen, schafft Identifikation und erleichtert das Anlernen. „Integration können wir gut“, sagt Andrea Belegante. Die Arbeitsrechtlerin ist stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Systemgastronomie und war Gastrednerin bei der Jahrestagung des Bundesverbands der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (bdv) in München. Ihr Thema: Fachkräfte-Recruiting.

Lehrstellen zu besetzen wird immer schwieriger. Auf rund 2,8 Millionen Studierende kommen nur halb so viele Gleichaltrige, die eine Ausbildung beginnen. Der Pool geeigneter Bewerber schrumpft in allen Branchen, fast jede fünfte Stelle im Ausbildungsmarkt bleibt unbesetzt. Ein Grund sind kleinere Jahrgänge, von denen die Mehrzahl nach dem Schulabschluss statt einer Ausbildung lieber ein Studium aufnimmt.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Geringqualifizierten, die in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen. Die Systemgastronomie geht auf diese Gruppe gezielt zu. Andrea Belegante, die als Gastrednerin beim Branchentreff der Vending-Wirtschaft einen Impulsvortrag zu erfolgreichem Recruiting hielt, riet, auch Studienabbrecher im Blick zu behalten. Doch auch Jugendliche ohne Schulabschluss oder nachweisbare Qualifikation zählen zur Zielgruppe. Denn gerade hier gelte es, das Potential für einfache Anlerntätigkeiten zu heben.

Dasselbe gelte für Flüchtlinge. „Integration hat bei uns Tradition“, sagte Belegante. Mehr als 120 Nationen würden weltweit in den Betrieben der Systemgastronomie reibungslos zusammenarbeiten. Die niederschwelligen Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten der Mitgliedsbetriebe mit internationalem Bekanntheitsgrad seien auch und gerade für Menschen mit Migrationshintergrund attraktiv. „Investieren Sie in diejenigen, die da sind. Mitarbeiter, die man fördert, werden zu den treuesten und loyalsten Beschäftigten“, sagte sie.

In der Beschäftigung von Flüchtlingen hat sich der Verband inzwischen eine besondere Expertise aufgebaut: Der BdS-Leitfaden „Beschäftigung und Ausbildung Asylbewerber und Geduldete“ erscheint bereits in der 4. Auflage. Zuletzt war das Thema Gegenstand des BdS-Ausbildertreffen 2015.

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