Nachhaltige Schokolade zur Norm machen

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Schokolade von Barry Callebaut soll bis 2025 zu 100 % nachhaltig sein. Der weltweite Marktführer für Kakao- und Schokoladenprodukte, Barry Callebaut hat im November 2016 seine neue Nachhaltigkeitsstrategie „Forever Chocolate“ vorgestellt. Bis 2025 sollen vier Nachhaltigkeitsziele den Übergang von nachhaltigem Kakao zu nachhaltiger Schokolade ermöglichen: 1) Verdrängung von Kinderarbeit aus der eigenen Beschaffungsskette, 2) Befreiung von mehr als 500.000 Kakaobauern aus der Armut, 3) positive Bilanz in punkto CO2-Emissionen und Entwaldung, 4) 100 % nachhaltig erzeugte Rohstoffe in allen Produkten der Gruppe.Von 23 % auf 100 %

Bisher bezog das Unternehmen nur 23 % der Kakaobohnen für die Produktion aus nachhaltigem Anbau. Antoine de Saint-Affrique, CEO von Barry Callebaut, erklärte: „Die Ziele, die wir uns nach einer gründlichen Wesentlichkeitsprüfung gesetzt haben, sind ehrgeizig. Wir wissen auch, dass wir noch nicht alle Antworten kennen. Eines ist uns aber klar: dass wir diese Ziele nicht alleine erreichen können. Daher wollen wir eine Bewegung ins Leben rufen, an der sich auch Regierungen, NGOs, Konsumenten und unsere Kunden beteiligen, denn für nachhaltig produzierte Schokolade braucht es mehr als das Engagement der Industrie und Investitionen.“

Bio-Schokoladengetränk von Barry Callebaut

Foto: Barry Callebaut

Regierungen müssten die geeigneten politischen Rahmenbedingungen schaffen und Gesetze durchsetzen, so de Saint-Affrique, NGOs das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen und die Konsumenten nachhaltige Produkte kaufen. Forever Chocolate sei deshalb eine Einladung an alle Anspruchsgruppen, mit dem Unternehmen gemeinsam strukturelle Lösungen für die Probleme bei der Herstellung nachhaltiger Schokoladen- und Kakaoprodukte zu finden. „Ohne Nachhaltigkeit gibt es kein Wachstum“, sagte de Saint-Affrique.

Bestehende Projekte als Basis nutzen

Barry Callebaut setzt sich schon lange dafür ein, die Lebensbedingungen von Kakaobauern zu verbessern. Seit vielen Jahren ist die Verwendung von nachhaltigem Kakao einer der vier Pfeiler der Unternehmensstrategie. In den vergangenen zehn Jahren hat die Gruppe in die Produktivität und in die Entwicklung der Kakaogemeinschaften investiert – durch gemeinsame Nachhaltigkeitsprojekte mit Kooperativen in den Anbauländern und indem sie ihre Rohstoffe über Biolands direkt bei diesen Kooperativen einkauft.

Kakaowälder

Das Unternehmen will Kakaobauern auch künftig in der Umstellung auf neue Anbaumethoden unterstützen. Foto: Barry Callebaut

Außerdem ist Barry Callebaut nicht nur Gründungsmitglied der Weltkakaostiftung und der International Cocoa Initiative (ICI), sondern auch eine der treibenden Kräfte hinter CocoaAction: Diese freiwillige Initiative der World Cocoa Foundation koordiniert die weltweiten Maßnahmen der Kakao- und Schokoladenhersteller zur Verbesserung der Lebensumstände von Kakaobauern.

Die Ursachen angehen

Trotz der Bemühungen der Industrie weist die Herstellung von Schokoladen- und Kakaoprodukten noch eine Reihe struktureller Schwächen auf. Die geringe Produktivität – eine Folge von schlechter landwirtschaftlicher Praxis, ausgelaugten Böden und alternden Kakaobäumen – hindert viele Kakaobauern daran, ihre Armut zu überwinden. Die Armut wiederum verhindert, dass die Bauern in ihre Farmen und in eine neue Anbaupraxis investieren können, um ihre Produktivität und Rentabilität zu verbessern. Arme Bauern können auch keine Aushilfen bezahlen, sodass sie auf die Mitarbeit ihrer Familie – auch der Kinder – angewiesen sind.

Erfolgreiches Geschäftsjahr

Barry Callebaut wird jedes Jahr über die Fortschritte, die das Unternehmen im Hinblick auf die definierten vier Ziele macht, berichten. Mit einem Umsatz von rund CHF 6,7 Mrd (EUR 6,1 Mrd) für das Geschäftsjahr 2015/16 ist die in Zürich ansässige Barry Callebaut Gruppe der weltweit größte Hersteller von hochwertigen Schokoladen- und Kakaoprodukten. Im Vending bietet das Unternehmen die Marken Van Houten, Caprimo, Bensdorp, Le Royal und Satro Quality Drinks an.

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