Kaffee wird 2017 teurer

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Kaffee aus der Siebträgermaschine

Foto: Petra Bork/pixelio

Der Verbraucherpreis für Röstkaffee steigt. Seit Jahresbeginn müssen die Kunden des Kaffeerösters Tchibo 30 bis 50 Cent mehr für ein Pfund Kaffee bezahlen. Als führender deutscher Röster gilt Tchibo als Taktgeber der Branche. Auch bei den Wettbewerbern dürfte der Trend der Kaffeepreise eher aufwärts weisen.
Von Eckart Gienke, dpa

Gründe für die aktuelle Preisrunde sind die Entwicklungen auf den Rohkaffeemärkten und die Devisenkurse. Gegenwärtig kostet ein Pfund Rohkaffee (453 Gramm) knapp 1,50 Dollar. Das ist zwar deutlich unter dem Höchstpreis des vergangenen Jahres, der mit 1,74 Dollar im November erreicht wurde. Zuvor hatte der Preis aber jahrelang niedriger gelegen. Verschärft wurde die Entwicklung durch den Verfall des Euro gegen den Dollar, weil Kaffee in Dollar bezahlt werden muss. „Werden Rohkaffee und der Dollar wieder billiger, gehen die Verkaufspreise wieder runter“, verspricht Tchibo-Chef Thomas Linemayr den Kunden.

Nachfrage steigt weltweit

Mittelfristig weisen die Indizien auf steigende Preise für Rohkaffee hin. Die Nachfrage steigt. Das liegt zum einen an der wachsenden Weltbevölkerung. Mittlerweile leben 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde; jedes Jahr kommt einmal Deutschland mit gut 80 Millionen Einwohnern dazu. Und viele von diesen zusätzlichen Menschen wollen nicht nur Kaffee trinken, sondern können es sich auch leisten. Die Nachfrage nimmt vor allem in denjenigen Ländern zu, in denen der Kaffee auch wächst, in Südamerika, Afrika und Asien. Im Kaffeejahr 2015/16 (Oktober bis September) erhöhte sich der Kaffee-Konsum in den Erzeugerländern um eine Million Sack (60 Kilogramm) und damit stärker als in den klassischen Importländern.

Bodenpreise steigen

Zum anderen werden die Anbauflächen knapp. „Der Klimawandel setzt ein und macht bestimmte Flächen weniger geeignet für den Kaffeeanbau“, sagt Claudia Brück von der Organisation TransFair in Köln. Qualitativ guter Kaffee wächst in Höhenlagen in Äquatornähe, die nicht beliebig vermehrbar sind. In der Folge steigen die Bodenpreise. In den vergangenen 50 Jahren haben sich die Anbauflächen weltweit verdreifacht, weil vor allem asiatische Länder wie Vietnam in das Geschäft eingestiegen sind. Doch das Angebot wächst langsamer als die Nachfrage. In den vergangenen beiden Jahren wuchs die Lücke von 2,7 auf 3,3 Millionen Sack. Das treibt die Preise.

Kaffeeplantage in BrasilienVon den höheren Rohkaffeepreisen profitieren 25 Millionen Kaffeebauern, die mehr Geld für ihr Produkt erlösen können. Fair gehandelter Kaffee, bei dem die Kleinbauern noch eine Extra-Prämie auf den Marktpreis erhalten, wird in Deutschland immer beliebter. Der Absatz stieg in den ersten neun Monaten des Vorjahres um fast ein Viertel auf 12 000 Tonnen. Viel ist das jedoch immer noch nicht. Der Marktanteil von fairem Kaffee bewegt sich gerade mal bei drei bis vier Prozent.

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