Einkaufskooperationen: Gemeinsam die Kosten senken

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Wer mehr einkauft, kauft günstiger. Diese Regel machen sich Einkaufskooperationen schon lange zu Nutze, denn durch den Zusammenschluss von Unternehmen wird ein höheres Einkaufsvolumen erzielt. Und das ist gerade für kleinere und mittlere Betriebe der Schlüssel zu besseren Preisen oder anderen Vergünstigungen, die sonst nur sehr große Unternehmen erzielen können.

Mann rechnet

Das Ziel einer Einkaufskooperation ist es, günstigere Preise zu erzielen. Foto: Bilderbox

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für die Beteiligung an einer Einkaufsgemeinschaft. Kein Wunder, denn der Einkauf nimmt in den Unternehmen eine immer gewichtigere Rolle ein. Hier liegen sehr große Sparpotenziale – und die haben nicht nur mit der Qualität der Waren zu tun. Vielmehr geht es heute darum, eine sehr gute Qualität zu einem günstigen Preis einzukaufen. Und genau hier können Einkaufsgemeinschaften helfen.

Grundsätzlich versteht man unter einer Einkaufsgemeinschaft einen freiwilligen Zusammenschluss von Unternehmen, die gemeinsam ihre Waren einkaufen, um so günstigere Preise erzielen und die Kosten für Zwischenhandel und Logistik senken zu können. Die Zusammenschlüsse unterscheiden sich in ihrer Struktur und im Angebot sowie in der Gestaltung der Konditionen. Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträge oder Rahmenverträge sind dabei durchaus üblich. Viele Einkaufsgemeinschaften bieten auch weitere Dienstleistungen wie Marketingaktivitäten und nähern sich damit dem Franchising an. Eine Datenbank mit allen deutschsprachigen Einkaufsgemeinschaften hat beispielsweise die Firma Hauck & Biegert KG ins Netz gestellt: www.einkaufsgemeinschaften.eu.

Wachsender Kostendruck
zwingt zum Handeln

Dass Einkaufskooperationen in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden, davon ist Jochen Oehler, Geschäftsführer progros Einkaufsgesellschaft mbH, Eschborn, überzeugt: „Definitiv, da die Vorteile absolut messbar und vorhanden sind.

Zudem erkennen die Lieferanten die Vorteile,dass sie bei einem Einkaufspool nur einen Verhandlungspartner haben und nicht hunderte. Das reduziert den Aufwand und die Kosten beim Lieferanten“, erklärt er. „Außerdem sind in der Regel über die Einkaufspools die Lieferantenumsätze abgesichert, was wiederum die Kosten bei den Lieferanten optimiert. Einkaufspools sind nicht mehr wegzudenken. Ganz im Gegenteil: An den Potenzialen wird erst noch gekratzt.“ Generell werde aber neben dem Einkaufspool die Dienstleistung rund um die Einkaufsoptimierung deutlich an Boden gewinnen, ist er sich sicher.

Wolfgang Schmidt, Vorstandsvorsitzender der HGK, Hotel- und Gastronomie Kauf EG, blickt ebenfalls optimistisch in die Zukunft: „Wir sind überzeugt davon, dass systematische Einkaufsoptimierung in der Branche weiter an Bedeutung gewinnen wird und dass deshalb auch Einkaufskooperationen eine immer wichtigere Rolle spielen werden.“ Das liege vordergründig betrachtet am wachsenden Kostendruck, dem die Betriebe ausgesetzt seien. „Immer mehr Unternehmer werden sich bewusst, dass sie auf die Kostenvorteile, die eine Einkaufsgenossenschaft bietet, nicht verzichten können“, so Schmidt. Vor allem eines wird zunehmend deutlich: Die Professionalisierung des Managements im Gastgewerbe wirkt sich auch auf das Einkaufsmanagement aus. Ähnlich wie in der Industrie fließen Transaktionskosten, also z. B. der Zeitaufwand für individuelle Preisvergleiche, Verhandlungen etc., zunehmend in die Kalkulation der Betriebe mit ein. „Wer so rechnet, merkt schnell, dass es sich nicht lohnt, einen halben Vormittag herum zu telefonieren, um den Kopfsalat oder die Sahne ein paar Cent billiger zu bekommen“, erklärt Schmidt.

(Von Daniela Müller)

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