Ode an die Kartoffel

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Richard S. Beerbaum. Foto: BestPage

Richard S. Beerbaum. Foto: BestPage

Wie wäre es mit einem gut verfügbaren regionalen Produkt, das preiswert, leicht zu verarbeiten, bei den Gästen beliebt und dabei richtig gesund ist? Das einmalig die Eigenschaften stärkehaltiger Lebensmittel mit jenen von Gemüse in sich vereint? Ein Produkt, das reich ist an Vitamin C (viermal mehr als Äpfel oder Birnen!), B1, B2 und reichlich Magnesium, Kalium sowie Kalzium enthält?

Richtig, von der Kartoffel ist die Rede. Die Königin der Beilagen ist der ideale Begleiter zu fast jedem Gericht und punktet durch einen neutralen, aber charakteristischen Geschmack. Nichts gegen schmackhafte Pasta, Reis und andere Beilagen. Doch jetzt sollten Sie die Frischkartoffel zum Star Ihres Speiseplans küren. Ihre Gäste werden es Ihnen danken und Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Von Anna- bis Suzettekartoffeln, über krosse Berner Rösti, Kartoffelklöße, -kroketten, -nocken und Stampfkartoffeln kreiern Sie bei geringem Wareneinsatz wohlschmeckende Gerichte mit hohem Nährwert und dennoch wenig Kalorien. Holen Sie die Frischkartoffel zurück auf den Speiseplan, sie ist es allemal wert. Durch Zufall bekam ich letzte Woche einen Kartoffel- Möhren-Stampf serviert. Was für ein kulinarisches Gedicht!

 Back to the roots

Leider ist in Deutschland der Verzehr von Speisekartoffeln konstant rückläufig. In den 50er-Jahren kamen noch 186 kg pro Kopf und Jahr auf unsere Teller. Heute rangieren wir im europäischen Vergleich mit knapp 58 kg pro Kopf im unteren Mittelfeld weit hinter Ländern wie den Niederlanden, Schweden oder auch Luxemburg. Bürger in Lettland, Polen und Rumänien verputzen sogar annähernd die doppelte Menge. Wenn wir jetzt noch zwischen Frischkartoffelverzehr und Verzehr von veredelten Kartoffelprodukten unterscheiden, hat die Pommes-Chips-Fraktion mit 33 kg die Frischkartoffel (25 kg) längst überholt. Ist das nicht ein guter Grund, der Frischkartoffel in Ofen, Pfanne und Topf ein Comeback zu gönnen? Herzhafte Gerichte, wie man sie von der Oma kennt. Hoffnungslos altmodisch und extrem lecker. Her damit! Mehr davon!

Übrigens: Die früher oft vertretene Meinung, Kartoffeln seien Dickmacher, ist schon lange widerlegt. Die vielen guten Eigenschaften der Kartoffel und ihre bunte Vielfalt lassen unzählige Variationen zu. So lassen sich festkochende Kartoffeln perfekt zu Salzkartoffeln, Tortilla, Kartoffelpuffer, Rösti und Bratkartoffeln verarbeiten, während aus vorwiegend festkochenden Kartoffeln Rosmarinkartoffeln und Kartoffelsalat entstehen und sich aus mehlig kochenden Kartoffeln ganz wunderbar Kartoffelpüree, Gnocchi, Suppe, Schupfnudeln und Knödel herstellen lassen.

Jetzt ist genau die richtige Zeit, um die tolle Knolle zum Küchenknüller zu küren! Würzen Sie Ihr Kartoffelangebot mit einer Prise Marketing und werben Sie in Ihrer Gastronomie für die schmackhafte Knolle. Vielleicht nicht so drastisch wie weiland König Friedrich II. von Preußen. Der erkannte schon 1756 den Nutzen der Kartoffel und befahl deren Anbau. Die Felder ließ er sogar von Soldaten bewachen. Somit wurden die Kartoffeln bei uns überhaupt erst interessant und begehrt. Ich wünsche Ihnen und Ihren Gästen einen „Guten-Kartoffel-Appetit“!  Richard S.Beerbaum

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Richard S. Beerbaum ist Marketingexperte, Journalist und Autor. Er ist seit über 30 Jahren in der Beratung großer Industrie- und Handelsunternehmen tätig, aber auch mit viel Freude in der Kommunikation für Gastronomie, Hotellerie und Food-Service im Einsatz. Der gebürtige Berliner lebt in Ludwigsburg und ist Partner der Agentur BestPage Kommunikation.

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