„Deshalb bin ich engagiert!“

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Heiko Becker

Foto: privat

Haben auch Sie immer viel zu wenig Zeit? Sind auch Sie immer voll eingespannt bei der täglichen Arbeit, in der Familie oder durch ein zeitintensives Hobby? Falls das so ist, wäre das sehr schade. Denn gerade wir als Führungskräfte sollten uns die Zeit nehmen, Auszubildende und junge Kolleginnen und Kollegen von unserem Beruf zu begeistern und etwas von dem Engagement wieder zurückzugeben, das man auch uns in der Vergangenheit oft entgegengebracht hat. Denn vermutlich war es auch bei Ihnen das Vorbild engagierter Kollegen, das in Ihnen die Leidenschaft für den Beruf geweckt hat.

Deshalb bin ich engagiert, ob im IHKPrüfungsausschuss, in den Berufsverbänden oder in meiner Tätigkeit als Ausbilder in meinem Betrieb. Es gibt viele Gesichter des ehrenamtlichen Engagements. Und bei all der Mühe und Zeitintensität für ein solches Amt: Es macht riesig Spaß, nach einer anstrengenden Prüfung oder einem Wettbewerb in die glücklichen Gesichter der Jugendlichen zu schauen! Die Reaktionen zu sehen, wenn bei ihnen die Anspannung abfällt und aus Auszubildenden schließlich Kolleginnen und Kollegen geworden sind, die unseren Berufsstand zukünftig vertreten werden.

Als Mitglied in der Jury beim „Jugend Creativ Cup“ in Berlin im Januar 2017 durfte ich wieder viele engagierte Jugendliche und Kollegen kennenlernen. Und über dieses notwendige Engagement für ein Ehrenamt möchte und werde ich immer wieder sprechen bei Treffen – denn es geht um die Zukunft unseres Berufes. Wir müssen den Stolz vermitteln, wenn wir nach drei Jahren anstrengender Ausbildung den Gesellenbrief in der Hand halten dürfen. Oder den Stolz darüber, dass Gastronomen gerngesehene Quer-Einsteiger sind, die gelernt haben, mit Stress und Druck umzugehen und den Überblick zu behalten.

Ich erinnere mich noch gern an meine erste Teilnahme an der Olympiade der Köche vor mehr als 25 Jahren. Mit meinem damaligen Ausbilder trat ich die Reise nach Frankfurt am Main an. Für mich waren solche Events vollkommenes Neuland. Erstmals lernte ich eine andere und neue Seite des Kochberufes kennen. Um an der Olympiade der Köche teilnehmen zu können, sparen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen ihren Jahresurlaub auf. Es ist ihnen wichtig, sich mit Kollegen aus anderen Ländern zu treffen und zu messen. Diese Erinnerungen bleiben für die Ewigkeit.

Nach meiner nunmehr 4. Teilnahme an der Olympiade der Köche bin ich immer wieder begeistert und bekomme Gänsehaut. Genau diese schöne und abwechslungsreiche Seite unseres Berufsstandes soll an den Nachwuchs weitergegeben werden. Es gibt dafür keine finanziellen Anreize oder einen Freizeitausgleich für die investierte Zeit. Aber: Es gibt Anerkennung – und vor allem viel Spaß mit den Kollegen. Und wie sieht Ihr Engagement für den Berufsstand aus?

Ihr Heiko Becker  

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Heiko Becker ist gelernter  Koch, Mitglied im Verband der  Köche Deutschlands und seit  15 Jahren für das Cateringunternehmen  L & D im Betriebsrestaurant  einer Berliner Bundesbehörde  mit ca. 700 Gästen  täglich tätig. Geboren und  aufgewachsen ist er in (Ost-)  Berlin. Dort besuchte er die  Hotelfachschule und absolvierte  seine Ausbildung in der  GV, in Sterne-Restaurants und  im In- und Ausland. 

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