Brandschutz: Behördliche Auflagen

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Heiko Becker

Foto: privat

Kennen Sie diese Schlagzeilen? „Feuer im Vergnügungspark: Millionenschaden!“ oder „Großbrand im Gasthaus zur schnellen …“ – ein Alptraum!

Ein großer Teil der Brände beginnt in der Küche. Dabei sind die häufigsten Auslöser die Fette und Öle. „Flamenco, der Feuerkoch“, eine vielzitierte Bezeichnung für die heiße Pfanne, die bei sehr heißem Fett kurz entzündet und dabei eher für Bewunderung als für Besorgnis sorgt. Schnell das Touchon darübergeworfen und die brennende Stelle ist gelöscht. Doch leider gibt es ja, aus hygienischen Gründen immer weniger Touchon in den Küchen und somit fällt das Löschen des kleinen Flambier-Feuers schwerer. Aber was ist, wenn das Löschen der Flammen nicht mehr möglich ist und die evtl. vernachlässigte Reinigung der Lüftung das Feuer im ganzen Haus verteilt? Eine Katastrophe bahnt sich an – Retten Sie sich und Ihre Kollegen! Rufen Sie schnellstens die Profis unter der Nummer 112.

Ein anderes Beispiel, das einem das ganze Leben lang in Erinnerung bleibt und wahrlich existenziell bedrohlich ist: eine brennende Fritteuse in der Küche. Bereits während der Ausbildung zum Koch wird in der Berufsschule dieses Thema detailliert behandelt und dazu ermahnt, immer wachsam zu bleiben und nicht mit Wasser zu löschen. Früher gab es dafür Löschdecken und den obligatorischen Fritteusen-Feuerlöscher, der in der Nähe der Fritteuse stehen sollte. In den neu(st)en modernen Küchen aber gibt es dafür ganze Löschanlagen, die im Notfall tätig werden. Die meisten verbinden mit dem Brandschutz (und ick meene natürlich wegen unserem Bärliner Großflughafen, wer wüsste das nicht besser als wir Berliner) mit behördlichen Auflagen und vermeintlich willkürlichen Regeln. Sie treiben einem die Schweißperlen auf die Stirn und verursachen schlaflose Nächte.

Prüfungen der täglich genutzten elektrischen Geräte

Dabei sollen vorbeugende, bauliche Brandschutzmaßnahmen unter anderem die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern bzw. begrenzen und Sie nicht ärgern. Ein Drittel der Brände entsteht durch Elektrizität. Es gibt keinen anderen Raum in Ihrem Restaurant, der so stark beansprucht wird, in dem so viele elektrische Geräte betrieben werden. Wo früher nur der Gasherd und noch ein paar gasbetriebene Herdplatten standen, wird heutzutage alles mit Strom betrieben. Vergessen Sie hier nicht die Prüfungen der täglich genutzten elektrischen Geräte, die ja meist in die Jahre gekommen sind. Oder was machen Sie sonst ohne Ihren geliebten Zauberstab in der Küche?

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter für das Thema Brandschutz. Das schreibe ich ganz oft, aber es ist auch immer wieder wichtig das zu betonen: Sensibilisieren, Motivieren, Mitnehmen – „Mittendrin statt nur dabei“ lautet hier die Lösung. Eine Schulung zum Thema Brandschutz dient Ihrer und der Sicherheit Ihrer Mitarbeiter. Fragen Sie doch mal bei der Feuerwehr vor Ort nach, ob die Ihnen bei anschaulichen Schulungen mit kleinen kontrollierten Bränden und den entsprechenden Anleitungen mit Feuerlöschern behilflich sein kann. Bei solchen Schulungen steht die Ernsthaftigkeit an erster Stelle. Aber ein bisschen Spaß ist sicher auch dabei.

Ich wünsche Ihnen keine Schlagzeilen wie oben beschrieben

Ihr Heiko Becker  

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Heiko Becker ist gelernter  Koch, Mitglied im Verband der  Köche Deutschlands und seit  15 Jahren für das Cateringunternehmen  L & D im Betriebsrestaurant  einer Berliner Bundesbehörde  mit ca. 700 Gästen  täglich tätig. Geboren und  aufgewachsen ist er in (Ost-)  Berlin. Dort besuchte er die  Hotelfachschule und absolvierte  seine Ausbildung in der  GV, in Sterne-Restaurants und  im In- und Ausland. 

 

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