Solino: Kaffee aus Äthiopien

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Handeln statt helfen, unter diesem Motto betreibt der Tiefkühlproduzent Frosta seit 2008 ein Kaffeeprojekt mit Äthiopien. Das Besondere: Die Wertschöpfung vor Ort beträgt nahezu 100 Prozent, da die Kaffeebohnen im Ursprungsland geröstet und verpackt werden. Frosta-Geschäftsführer Felix Ahlers im Interview mit CM. (Von Stefanie George)

Solino Kaffee kann mehr als Fair Trade: Er wird in Äthiopien geerntet, verarbeitet und verpackt. Foto: Frosta AG

Solino heißt übersetzt „Kleine Sonne“ – wie kam es zu dem Projekt?
2008 war ich zum ersten Mal auf Einladung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Äthiopien. So kam der Kontakt zustande. Das war zufällig auch der Zeitpunkt, an dem die Zölle für gerösteten Kaffee nach Deutschland zumindest aus Ursprungsländern wie Äthiopien auf Null gesenkt wurden.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, äthiopischen Kaffee und Espresso in Europa zu verkaufen?
In den Gesprächen mit den Leuten vor Ort wurde ziemlich schnell deutlich, dass Wertschöpfung – also die Weiterverarbeitung der Rohware Kaffee – das wichtigste Thema ist. Und wir als „Tiefkühl-Leute“ haben ja sonst mit Kaffee nichts zu tun, sind also ganz neutral und konnten das Projekt dadurch leichter starten. Bei meinem Workshop für die GTZ waren auch viele Kaffee-Leute, und über die Diskussion ist mir klargeworden, dass man das Thema Wertschöpfung und Veredelung angehen muss.

Die Wertschöpfung bei Solino beträgt fast 100 Prozent, das heißt, die Äthiopier profitieren weit mehr als bei herkömmlichen Fair Trade-Kooperationen. Wie wird das möglich gemacht?
Dadurch, dass wir in Äthiopien den direkten Kontakt haben, gibt es auch keine Zwischenhändler mehr. Vom Feld geht es zum Röster und direkt zu uns. Dadurch haben wir direkten Zugriff auf die Rohwaren und auch keine Kosten in Bezug auf Handel, der da noch dazwischen liegt. Somit kommt die Wertschöpfung auch komplett dem Land zugute: Arbeitsplätze, der Aufwand des Röstens, das Verpacken. Da wir traditionell rösten, mit dem Trommelröster bei niedriger Temperatur, ist auch der Prozess der Verarbeitung deutlich besser. Weil er sanfter geschieht – aber er ist natürlich deutlich arbeitsintensiver. Das ist keine Industrieröstung mit 90 Sekunden. Wir rösten 22 Minuten.

Das vollständige Interview lesen Sie in Catering Management!
Mehr Informationen zum Kaffee-Projekt von Frosta unter www.solino-coffee.com

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