Stimmiges Konzept von Reinigung und Desinfektion

0

Gerade im Care-Bereich muss ein besonderes Augenmerk auf die Hygiene gelegt werden. Schließlich sind Neugeborene, Kranke und ältere Menschen anfälliger für Infektionen. Daher muss für die Reinigung und Desinfektion ein stimmiges Konzept entwickelt und dies mit aufeinander abgestimmten Produkten sorgfältig umgesetzt werden. Doch welche Punkte sind dabei besonders zu beachten?

 

Keime und Bakterien sind Gefahrenpotenzial

 

Hygienefallen gibt es in jeder Klinik, Senioreneinrichtung oder jedem Reha-Zentrum. Das Personal muss sich dessen bewusst sein und entsprechend gründlich reinigen. „Grundsätzlich verstecken sich Keime und Bakterien an Gegenständen, die oft angefasst werden oder an feuchten Orten aufbewahrt werden. Typische Kontaktflächen sind z. B. Türgriffe oder Handläufe, die regelmäßig desinfizierend gereinigt werden sollten“, weiß Christina Keppel, Segment Marketing Manager Institutional bei Ecolab Deutschland. Darüber hinaus finden sich bei Spültüchern und Schwämmen, aber gerade auch häufig in der Küche viele Gefahrenstellen, an denen sich Keime und Bakterien wohl fühlen. Hier seien nur einmal Küchenutensilien wie Schneidebretter anzuführen.

„In den meisten Fällen ist der Mensch das größte Gefahrenpotenzial. Dies beginnt mit der persönlichen Hygiene, beispielsweise mit dem Händewaschen nach dem Toilettengang, und schließt auch das richtige Verhalten beim Reinigen und Desinfizieren sowie das Einhalten der geforderten Dosierung oder das Arbeiten mit unter 20 Grad kaltem Wasser ein“, weiß wiederum Jürgen Otterbein, zuständig für Anwendungstechnik und Schulungswesen im Bereich Technisches Marketing im Hause Tana Chemie. Hinzu kommt, dass aufgrund der Einsparungen heute oftmals immer weniger Zeit für Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingeplant wird. „Waren früher Zeiten für die Reinigung einer Toilette mit 40 Quadratmetern pro Stunde ein sinnvolles Maß, werden heute oft 80 Quadratmeter und mehr angegeben. Dies hat einen direkten Einfluss auf die Hygiene. Je weniger Zeit einer Reinigungskraft zur Verfügung steht, eine gute und sinnvolle Reinigung und Desinfektion durchzuführen, umso eher werden sich unter Umständen massive Fehler bei diesen Tätigkeiten einstellen“, so Jürgen Otterbein weiter.

 

Risiko-Analyse

 

Bei allen Zeit- und Kosteneinsparungen muss man sich jedoch bewusst sein, dass jede Verunreinigung Verursacher von Infektionen sein kann. Von daher ist es zwingend notwendig vor Ort – eventuell auch mit den Experten der Reinigungs- und Desinfektionsmittelanbietern – eine Risiko-Analyse mit dem für diesen Bereich zuständigen Personal zu machen und auf den Ergebnissen beruhend einen geeigneten Hygieneplan aufzustellen. „Ein Hygieneplan ist u. a. laut Infektionsschutzgesetz (IfSG), Paragraph 36 in allen Einrichtungen zu erstellen. Er enthält alle hygienerelevanten Standards, die in einem Hause gelten“, erläutert Christina Keppel. Verwechselt werden darf der Hygieneplan jedoch nicht mit dem Desinfektions- oder Reinigungsplan, der darüber hinaus noch ausgehängt werden muss. Er ist an die jeweilige Einrichtung angepasst. Hier können sich die Mitarbeiter orientieren was, wann, wie und womit gereinigt und desinfiziert wird. Beide Dokumente gelten als Dienstanweisung.

 

Eine Frage des Bedarfs

 

Die Experten bei Tana Chemie wissen: „Reinigung so viel wie möglich, Desinfektion nur dort, wo wirklich nötig“ lautet einer der Hygienegrundsätze für Unternehmen im Pflegebereich. Die eingesetzten Mittel müssen den anfallenden Schmutz und die dazu zählenden Mikroorganismen gut beseitigen, dürfen aber die Oberflächen, die Gesundheit der Bewohner und des Reinigungspersonals sowie die Umwelt nicht gefährden.“ Daher gilt es mit die entsprechenden Mittel genau auf ihre Einsatzbereiche, Wirkstoffe und Verträglichkeit zu prüfen. Bei Desinfektionsmitteln kommt es zudem noch auf die Einwirkzeit und Einsatzkonzentration an. Die Produkten sollten immer genau aufeinander abgestimmt sein. „Vom Produkt-Know-how bis zum umfassenden Hygiene-Gesamtpaket und seiner praktischen Umsetzung offerieren wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand“, erklärt Christina Keppel und ergänzt: „Ecolab-Kunden können auf hochwertige Produkte, moderne Arbeitsverfahren sowie wirtschaftliche Anwendungs- und Dosiersysteme bauen. Begleitend gibt es ein umfassendes Service- und Trainingsangebot.“ Den Service, alles aus einer Hand zu erhalten, minimiert mögliche Fehlerquellen und gibt den Anwendern Sicherheit.

 

Hygienelösung für Altenheime

 

„Die Orochemie-Gesamtlösung für Altenheime heißt Oro-Hygienesystem. Diese Produktpalette enthält Desinfektions- und Reinigungsmittel für alle Einsatzbereiche. Dazu gehören u. a. Reinigungsmittel, die im Wechsel mit Orochemie-Flächendesinfektionsmitteln eingesetzt werden können, ohne dabei Flecken und Schmierfilme auf der Fläche zu hinterlassen“, berichtet Cornelia Wegemund, Leitung Marketing. „Des Weiteren gibt es für die Händehygiene ein umfassendes System von Präparaten für die Desinfektion, Reinigung, Pflege und Schutz der Hände.“

Auch Tana Chemie bietet den Kunden eine komplette Palette an benötigten Produkten an. Dies reicht von der normalen Unterhaltsreinigung für Oberflächen und Sanitärbereiche bis hin zur Grundreinigung und Einpflege der Bodenbeläge. Ebenso gibt es Produkte für prophylaktische Desinfektionsmaßnahmen sowie für behördlich angeordnete Entseuchung gemäß § 18 IfSG.

Die Anbieter der Reinigungs- und Desinfektionsmittel haben sich jeweils ein ausgeklügeltes System überlegt, wie sie dem Personal helfen können, die fach- und sachgerechten Arbeitsabläufe gerade im Care-Bereich zu etablieren. Als Möglichkeiten seien hier nur einmal farbkodierte Produkte oder entsprechende Schulungen genannt. Jürgen Otterbein betont  noch einmal: „Mit oberster Priorität sollte den Mitarbeitern verdeutlicht werden, welche wichtige Rolle die Reinigung und Desinfektion spielt und dass sie ein Teil dieser unabdingbaren Aufgabe sind. Des Weiteren ist es besonders wichtig, den Mitarbeitern genügend Zeit zu geben, die Tätigkeiten und Verfahren kennenzulernen, und ihnen auch im Arbeitsalltag genügend Zeit zur Verfügung zu stellen, damit alle Tätigkeiten mit der benötigten Sorgfalt ausgeführt werden können.“

 

Biologisch abbaubar

 

Die Azurit Gruppe, die bundesweit 34 Senioren- und Pflegezentren betreibt, entschied sich, einen neuen Standard höchst verträglicher Reinigungsprodukte einzuführen. Dabei fiel die Wahl auf das Konzept von Dr. Schnell Chemie, das höchste Hygienewirkung mit geringstmöglichem Allergiepotenzial kombiniert. So setzt das Unternehmen in besonders schutzbedürftigen Bereichen auf „Sensitive“-Reinigungsprodukte, die auf duftende Parfümöle sowie Konservierungs- und Farbstoffe verzichten, biologisch abbaubar sind und sich effizient z. B. per Softschaumreinigung einsetzen lassen. Zur „Sensitive“-Linie gehören die Produkte Milizid Sensitive, Forol Sensitive und Floortop Sensitive für die schonende Gebäudereinigung, wobei der Milizid Sanitärreiniger und Kalklöser zur hygienischen Reinigung aller Toiletten und Nasszellen sowie für alle säurebeständigen Materialien geeignet ist.

Oxivir Plus aus dem Hause Diversey ist eine Lösung für jeden Care-Betrieb, bei dem Infektionsgefahr besteht. Es kann benutzt werden, um MRSA, Norovirus und Influenza in einer klinischen Umgebung zu verhindern. Der Desinfektionsreiniger mit breitem Anwendungsspektrum und hoher Wirksamkeit, der auf AHP-Technologie (Accelerated Hydrogene Peroxid) basiert, geht in kurzer Zeit wirksam gegen Bakterien, Viren, Hefepilze und Pilze vor. Oxivir Plus kann gleichzeitig zur Reinigung als auch zur Desinfektion aller Oberflächen und zum Umgang mit austretenden Körperflüssigkeiten eingesetzt werden kann. Dabei wirkt das Mittel Material schonend bei einer Vielzahl von Oberflächen und ist sogar für Woolsafe-zertifizierte Textilien geeignet. Die fachmännische Beratung und die stetige Entwicklung zukunftsorientierter Produkte zeichnet die Seeger Wasch- und Reinigungsmittel GmbH als „Spezialist für die Lösung spezieller Reinigungsprobleme“ aus. Die Seeger Produkte der Marke „Pack zu“ sind speziell auf die Bedürfnisse von Großküchen und Krankenhäusern entwickelt worden. Die Bandbreite reicht vom Fettlöser über Desinfektionsreiniger bis zu Klarspüler – alles aus einer Hand.

 

Von Martina Emmerich

 

Kommentare sind deaktiviert