VdF-Jubiläum – Neustart in Berlin

0
 
Adam-Luketic

Beste Stimmung auf der Jubiläums-Gala: Peter Adam-Luketic feierte an seinem letzten Abend im Amt des Vorsitzenden gemeinsam mit den Mitgliedern des VdF. Foto: Stefanie George

Mehr als 270 Gäste erlebten Anfang Oktober eine mehr als würdige Jubiläumsfeier zu Ehren des 20-jährigen Bestehens des Verbandes der Fachplaner Gastronomie Hotellerie Gemeinschaftsverpflegung e. V. (VdF). Auf dem Programm standen Lernen und Lachen, Feiern und Reden, aber auch Nachdenken über die eigenen Wurzeln und den künftigen Weg. Den Abschluss bildete ein rauschendes Fest.
Das Geburtstagskind VdF durfte zu seiner 27. Fachtagung im Herzen Berlins „volles Haus“ vermelden. Der wahrscheinlich älteste gesamtdeutsche Berufsfachverband nach der Wiedervereinigung hatte zu drei abwechslungsreichen Tagen nach Berlin eingeladen. Ein umfangreiches Programm hatten die Organisatoren auf die Beine gestellt: Fachexkursionen zu sieben Berliner Gastronomien, eine Fachausstellung, spannende Vorträge, den Galaabend mit Vergabe des Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreises und nicht zuletzt die Mitgliederversammlung mit dem anstehenden Führungswechsel im Vorstand.
Im Rahmen der Fachtagung präsentierten sieben Top-Referenten unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ interessante Denkanstöße zu verschiedenen Branchenthemen: EU-Zulassung, Hygiene, Energieträger, Werkstoffauswahl und Böden zählten genauso dazu wie ein flammendes Plädoyer für das Verkaufen oder für ein zufriedenes Leben im Hier und Jetzt. Zu Beginn begrüßte der scheidende Vorstandsvorsitzende Peter Adam-Luketic Mitglieder und Gäste in Berlin und beim VdF – und stellte die Gemeinsamkeiten von Bundeshauptstadt und Berufsverband dar. Beides sind Kinder der Wiedervereinigung, beide schöpfen aus ihren vielfältigen Stärken und (Konflikt-)Potenzialen, beide profitieren aus der Vielfalt. Adam-Luketic ermunterte die Mitglieder und künftigen Verantwortlichen, den richtigen Weg der Qualifikation, der Spezialisierung und der Professionalisierung weiter zu beschreiten.

Tücken und Hürden für Großküchen

Alfred Müller

Alfred Mueller, Ehrenpräsident des VdF. Foto: CM/Stefanie George

Im ersten Fachvortrag des Tages verdeutlichte Dr. Christian Kaiser vom BAV Institut in Offenburg sehr praxisnah die Hürden und Tücken des EU-Zulassungs-Verfahrens für Großküchen. Wer bisher gedacht hatte, das Thema „Nichtrostende Stähle“ sei etwas zum Nachschlagen und weniger zum entspannt-heiteren Zuhören, der hatte Frank Wilke von den Deutschen Edelstahlwerken GmbH, Siegen, noch nicht erlebt. Der Diplom-Ingenieur stellte die KO-Kriterien in der Auswahl verschiedener Stähle im Großküchenbereich vor und führte locker-verständlich durch den Stahl-Dschungel der branchenrelevanten Sorten.

Einen weiteren Dschungel durchforstete Diplom-Ingenieur Franz Kuretschka vom Regierungspräsidium Stuttgart: den der Normenund Verordnungswelt zu Temperaturen in Großküchen. Die DIN 10 506 und die DIN 10 508 sind gerade inhaltlich (mal wieder) in Bewegung. Der zuständige Normenausschuss FNH hat hier jüngst Vorschläge zu veränderten oder erstmals spezifizierten Temperaturen und Zeiten für alle Produktionsverfahren und Speiseausgaben vorgestellt. Die natürlich auch dieses Mal nicht alle Anforderungen vereinigen können. Sensorik und Hygiene laufen etwa bei den kalt gelagerten Speisen wie Brot, Desserts oder Salaten nicht immer in einer Spur.

Professor Dr. Peter Schwarz von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen stellte zwei Methoden zur Berechnung von Energiekosten dar. Eine vereinfachte Pauschalmethode sowie eine, die sich direkt aus dem Speisenplan und der daraus resultierenden Gerätebelegung ableiten lässt.

Fachlicher Teil mündet
in rauschendes Fest

Pause

In den Pausen wurden Fachgespräche geführt.

Nachdenklich stimmte André Bartel von Barit Kunstharz-Belagstechnik GmbH die anwesenden Fachleute mit dieser Aussage: Das normengerechte Bauen von Böden sei eine bewusste Entscheidung für eine notwendige Totalsanierung nach einer gewissen Zeit. Er demonstrierte die Schadensbilder bei Bodenkonstruktionen nach DIN 18 195 an verschiedenen Teilbereichen wie Entwässerungssystemen oder Gerätesockel. Die Lösung sei eine Verbundkonstruktion, die zwar Stand der Technik, aber eben nicht normkonform sei. Zum Schluss riss Keynote-Speaker Klaus J. Fink das Auditorium noch einmal von den Sitzen: Mit teilweise knackig formulierten Sätzen warb er für das Verkäufertum. Beraten sei ja ganz prima – aber man lebe vom Verkaufen. Ein guter Verkäufer identifiziert sich mit seinem Produkt, begeistert, liebt seine Kunden und kümmere sich um sie. Kurz: Er ist nicht nur fach-, sondern auch beziehungskompetent.

Publikum

Rund 270 Gäste folgten dem Ruf des VdF nach Berlin.

Dem gelungenen fachlichen Teil folgte am Abend ein weiteres glanzvolles Highlight: Der Galaabend zum 20. Geburtstag des Verbandes mit Verleihung des vierten Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreises wurde ein rauschendes Fest, bei dem so manches VdFMitglied zu später Stunde eine flotte Sohle aufs Parkett legte.

Der neue Vorstand des VdF

Die Mitgliederversammlung des Verbands der Fachplaner Gastronomie Hotellerie Gemeinschaftsverpflegung e. V. (VdF) hat am 9. Oktober 2010 einen neuen Vorstand gewählt.

Carsten Zellner, Iserlohn, führt künftig den Berufsverband. Die beiden weiteren Vorstandsmitglieder aus der Gruppe Planer und Berater sind Hans-Peter Nollmann und Peter Triebe. Als Vertreter der Gruppe Fachhandel wurden Stefan Schneider und Detlef Lange in den Vorstand gewählt. Frank Höck vertritt als neues Vorstandsmitglied die fördernden Mitglieder.

Zellner

Der neue Vorstandsvorsitzende des VdF, Carsten Zellner, will den Verband in eine starke Zukunft führen. Foto: CM/Stefanie George

Auf der ersten Vorstandssitzung sind folgende Verantwortlichkeiten festgelegt worden:
Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Peter Nollmann übernimmt das Ressort Mitglieder/Interne Kommunikation. Frank Höck zeichnet verantwortlich für externe Kommunikation. Peter Triebe führt künftig das Ressort Weiterbildung. Stefan Schneider ist zuständig für das Ressort technische Fachkunde. Das Ressort Finanzen liegt ab sofort in Händen von Detlef Lange.

Gemeinsam in eine starke Zukunft

In seiner Antrittsrede direkt nach seiner Wahl bedankte sich Carsten Zellner für das breite Vertrauen, das sich im sehr guten Wahlergebnis zeigte. „Wir als Verband haben nun die Chance, gemeinsam den VdF in eine starke Zukunft zu führen. Das erfordert die Stärkung des Einzelnen durch eine fundierte berufliche bzw. berufsbildende Qualifikation.
Das gilt aber auch für die Stärkung des Verbandes, um als Aushängeschild unseres Berufes nach außen fungieren zu können.“ Als vordringliche Aufgabe formulierte Zellner diese: „Ich sehe es als meine wichtigste Aufgabe an, Vertrauen zu schaffen, Vertrauen zu gewinnen in und für unseren Verband.“

Der aus dem Amt scheidende Vorstand wurde mit großer Mehrheit (95 Prozent) der Stimmen der Mitgliederversammlung entlastet und mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Alfred Mueller, Ehrenpräsident des VdF, dankte dem bisherigen Vorstand für seine wertvolle Arbeit: „Ihr habt viele Jahre, teilweise bis zu acht Jahre im Vorstand für euren Berufsverband gewirkt und für uns Mitglieder wertvolle Dinge auf den Weg gebracht. Dafür gebührt euch unser ausdrücklicher Dank.“

Und mit Blick auf die neuen Verantwortlichen fügte er einen Wunsch an: „Geben wir alle dem von uns gewählten Vorstand das Vertrauen und die Ruhe, die für die Erledigung der Aufgaben erforderlich sind.“ Heide Triebe, von 1992 bis 2008 Geschäftsstellenleiterin des VdF, wurde schließlich noch eine besondere Ehre zuteil: Die Mitgliederversammlung nahm den Vorschlag des bisherigen Vorstands einstimmig an, sie als Ehrenmitglied in den Verband aufzunehmen.

Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreis – das sind die Gewinner…

Es war einer der Höhepunkte der dreitägigen VdF-Veranstaltung in Berlin: die Vergabe des Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreises für herausragende Innovationen der Branche. Den passenden Rahmen für dieses Highlight gab der Galaabend zum 20. Geburtstag des Verbands der Fachplaner Gastronomie Hotellerie Gemeinschaftsverpflegung e. V. (VdF).

Zum vierten Mal vergab der Berufsverband diese Auszeichnung. Dabei hatte die 20-köpfige Jury, zu der auch CMChefredakteurin Daniela Müller gehörte, die nicht einfache Aufgabe, aus der Menge an guten Ideen die Spitze des Eisberges herauszufiltern: 87 Vorschläge aus 35 Unternehmen zu 50 Produktvorschlägen waren eingegangen. Die drei Laudatoren Hans-Joachim Schramm, Hans-Peter Nollmann und Harald Glass präsentierten in ihren Würdigungen die besonderen Leistungen und kreativen Ideen, welche die Jury überzeugten.

Systeminnovation

In der Kategorie Systeminnovation erhielten den Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreis: Elro Großküchentechnik in Gold, Blanco CS GmbH & Co  KG (durch Blanco CS eingereicht und gemeinschaftlich entwickelt mit Bohner Produktions GmbH) in Silber, Imi Cornelius Deutschland GmbH in Bronze.

Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Ambach Großküchentechnik in Gold, Sicotronic GmbH in Silber, Ecolab Deutschland GmbH in Bronze.

Produktinnovation

Meiko Maschinenbau GmbH in Gold, Hobart GmbH in Silber, Stierlen GmbH in Bronze.

Preisträger

Die Preisträger des Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreises. Foto: CM/Stefanie George

Kommentare sind deaktiviert