Tierschutz für Hummer soll verbessert werden – Preissteigerungen werden erwartet

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Die Verbraucherbehörden der Länder beraten in den nächsten Wochen über eine Verschärfung der Tierschutzbestimmungen für Hummer, die lebend im Einzelhandel verkauft werden.

Der Preis für Hummer in Deutschland könnte bald deutlich steigen. Die Verbraucherbehörden der Länder beraten in den nächsten Wochen über eine Verschärfung der Tierschutzbestimmungen für die Krustentiere, die lebend im Einzelhandel verkauft werden. Das würde die Haltung deutlich verteuern. «Das regelmäßig praktizierte Zusammenbinden der Scheren verhindert zwar Kannibalismus, macht aber auch ein artgemäßes Verhalten unmöglich», heißt es in einem Arbeitspapier des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

«Zunächst hat das Merkblatt nur empfehlenden Charakter, es ist ein Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht», sagte der Sprecher des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Roland Schütz, der dpa. Falls die Kommission beschließen sollte, die Empfehlungen umzusetzen, würden die strengeren Regeln jedoch wohl schnell verbindlich. Viele Aquarien müssten dann größer werden. Empfohlen werden acht Tiere pro 300 Liter Salzwasser – und Sichtschutzbleche. «Dann müssten Händler die Hummer wahrscheinlich in großen Becken, einzeln und ohne zusammengebundene Scheren halten.»

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Entwicklung als Schritt in die richtige Richtung. «Allerdings sollten Krustentiere wie Hummer gar nicht mehr lebend verkauft oder gehandelt werden», sagte ein Sprecher des Tierschutzbundes. Tierschützer hatten mehrfach Anzeige gegen Händler erstattet. Weil der Hummer kein Wirbeltier ist, gilt für ihn kein klassischer Gesetzesschutz. (dpa)

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