Social Distancing ist nichts für Köche

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Köchinnen und Köche wollen kochen, sie wollen kreativ sein, sie wollen Gäste glücklich machen, ganz nah dran sein und mit Kollegen etwas Gutes „zaubern“. Stattdessen sind viele von ihnen aufgrund der Corona-Krise gezwungen, im Moment zu Hause zu bleiben. CATERING MANAGEMENT hat bei Daniel Schade, dem Vizepräsident des Verbands der Köche Deutschlands e. V. (VKD), nachgefragt, wie Köche ihre Fähigkeiten kreativ nutzen können. 

Daniel Schade, Vizepräsident des Verbands der Köche Deutschlands e. V. (VKD)
Foto: VKD

 

In einem aktuellen Statement sagen Sie, Köche sollten Ihre starken Eigenschaften in neue Energienumwandeln – wie gelingt das in der aktuell schwierigen Lage Ihrer Meinung nach am besten?
Grundsätzlich hängt es davon ab, in welchem Bereich die Köchinnen und Köche tätig sind. Im Gesundheitssektor beispielsweise ergeben sich für die Mitarbeitenden andere Notwendigkeiten als für jene, die in Kurzarbeit sind. So werden unter anderem besondere Schutzmaßnahmen und zusätzliche Kräfte verlangt, die sich den veränderten Gegebenheiten anpassen. Selbstständige wiederum sind gezwungen, sich neue Themen anzueignen, sie wechseln in den Lieferdienst oder nutzen die Zeit für eine Weiterentwicklung von Produkten. Wer sich jetzt mit veränderten Gegebenheiten aktiv auseinandersetzt und sich ihnen stellt, kann diese Erfahrung als Zugewinn im Beruf betrachten.

Ihrer Meinung nach kommt es aktuell darauf an, Sorge zu tragen, dass Mitarbeiter sich nicht umorientieren und die Branche verlassen. Wie stellt man das denn an?
Die aktuelle Situation ist für den gesamten Berufsstand außergewöhnlich schwierig. Als Verband stehen wir für diesen Beruf und es liegt uns viel daran, jetzt Aufklärungsarbeit zu leisten sowie wichtige Informationen und individuelle Erfahrungen weiterzugeben. Damit wir nicht vergessen werden und damit der Kochberuf während dieser Krise nicht „hinten runterfällt“. Gemeinsam lauter sein, mit Branchenverbänden wie DEHOGA und VSR, und von der Öffentlichkeit gehört werden, das ist eine gute Entwicklung für die Kochbranche.

Wie sind denn eigentlich die Azubis der Branche von der aktuellen Lage betroffen?
Die Ausbildungsverträge laufen grundsätzlich unverändert weiter. In einigen Unternehmen sind Azubis derzeit sogar wichtige Säulen im verbleibenden Betrieb. Von den Schulschließungen besonders betroffen sind allerdings die Abschlussjahrgänge, die sich aktuell auf ihre Prüfungen vorbereiten müssen. In der Berufsschule fehlen ihnen wichtige Unterrichtsstunden und je nach Zeitplanung sogar ein ganzer Block. Die theoretischen Prüfungen wurden bundesweit auf Juni verschoben, aufgrund der flexiblen Prüfungsordnung finden an einigen Orten die praktischen Prüfungen zum Teil nun sogar vor der Theorie statt.

Inwiefern steht der VKD seinen Kollegen derzeit zur Seite?
Wir möchten in erster Linie informieren und unseren Mitgliedern eine Stimme geben. Der VKD informiert deshalb fast täglich auf der VKD-Website und in der neu gegründeten Facebook-Gruppe „Köche helfen Köchen“ über die aktuelle Situation. Vor allem in den sozialen Medien geht es um den direkten Austausch untereinander. Für Mitglieder interessant ist außerdem die kostenlose Erstberatung in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten, die jetzt relevant sind.

Was meinen Sie, wie es nach der Krise weitergehen wird? Ihr Wunschdenken?
Auf dieses Tief wird auch wieder ein Hoch folgen, daran müssen wir fest glauben. Meine Hoffnung ist, dass es danach einen Gastronomie-Boom geben wird. Dass Betriebe sich erholen werden und dass die Gäste deren Mut und Durchhaltevermögen mit vielen Besuchen, Feiern und Umsätzen belohnen.

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