Preise für Trinkmilch könnten steigen

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Nach dem Preisanstieg bei Butter wird die Trinkmilch voraussichtlich auch deutlich teurer. Foto: Bilderbox

Die Verbraucher müssen mit steigenden Milchpreisen rechnen. Wegen einer starken Auslandsnachfrage haben Molkereien in den Gesprächen mit dem Handel gute Karten. Die Bauern hoffen auf mehr Geld.

Nach Butter wird in den kommenden Wochen voraussichtlich auch Milch für die Verbraucher in Deutschland deutlich teurer. Unbestätigte Informationen aus der Milchwirtschaft deuten auf einen Preissprung hin, nachdem bereits Butter in der untersten Preislage seit Anfang September durch zwei kurz aufeinanderfolgende Preiserhöhungen um insgesamt gut ein Viertel teurer wurde. Als Hintergrund der anziehenden Preise für Milchprodukte sehen Experten eine stärkere Nachfrage im Ausland.

In der laufenden Verhandlungsrunde für Trinkmilch zwischen den Molkereien und Handelskonzernen hat es nach Informationen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter erste Abschlüsse gegeben.Die Höhe der ersten Abschlüsse sei aber nicht bestätigt; angeblich sollen es neun Cent mehr pro Liter Trinkmilch für die Molkerei sein, sagte ein Verbandssprecher am Dienstag der dpa. Zuvor hatte die «Lebensmittel Zeitung» berichtet, die Ein-Liter-Packung Trinkmilch werde ab November für Verbraucher wohl um zehn Cent teurer.

Ein Anstieg von neun oder zehn Cent je Liter Trinkmilch der untersten Preislage würde einer Erhöhung um etwa ein Fünftel bedeuten. Derzeit kostet Trinkmilch beim führenden Discounter Aldi 45 Cent (1,5 Prozent Fett) beziehungsweise 51 Cent (3,5 Prozent) Fett.An den Aldi-Preisen orientieren sich erfahrungsgemäß auch die großen Supermarkt-Ketten im Preiseinstiegsbereich. Milchprodukte gehören zu den Artikeln, die häufig gekauft werden und damit im Fokus der Verbraucher stehen.

Trendwende bei Milchpreisen

Die Milchlieferverträge zwischen Molkereien und Handelskonzernen werden in der Regel für ein halbes Jahr geschlossen. In den beiden zurückliegenden Runden vom Frühjahr 2012 und Herbst 2011 hatte die Handelsunternehmen Preissenkungen erzielen können. So hatte Aldi Anfang Mai die Milchpreise um sechs Cent je Liter gesenkt. Das entsprach einer Preissenkung um gut zehn beziehungsweise knapp zwölf Prozent. Von Aldi war am Dienstag keine Stellungnahme zu möglichen ersten Abschlüssen in der aktuellen Verhandlungsrunde zu bekommen.

Die Erzeuger sehen eine Trendwende beim Milchpreis angesichts erheblich gestiegener Kosten für Energie und Futter positiv. «Die Frage ist, wieviel kommt bei den Bauern an?», betonte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter. Die aktuelle Verhandlungsrunde sei außerdem noch nicht beendet. Der Verband habe mindestens 15 Cent mehr je Liter Trinkmilch im Vorfeld der Verhandlungen von Molkereien und Handelskonzernen gefordert.

Bereits seit Wochen werden höhere Milchpreise für November vorhergesagt. «Wir erwarten für den Herbst steigende Preise», hatte der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbands, Karl-Heinz Engel, vor einigen Tagen in Berlin gesagt. Das sei für die Bauern eine gute Nachricht, wirke sich ab November wohl aber auch auf die Preise im Laden aus.(dpa)

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