Niemand will EHEC-Gemüse – jetzt sterben die Bauern

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Die Angst vor EHEC wächst: Auch die Verbraucher in Bayern kaufen kaum noch Gurken, Salat und Tomaten, obwohl der Erreger in bayerischen Gemüse noch nicht nachgewiesen wurde. Für die Bauern ist das eine Katastrophe, die Händler bleiben auf ihrer Ware sitzen. Nun fordern sie Aufklärung. Tausende Gurken und Unmengen an Salat mussten die Bauern des Erzeugerverbandes Knoblauchsland zerschreddern und wieder unter die Erde pflügen. Die Angst der Verbraucher vor dem aggressiven Darmkeim EHEC wächst auch in Bayern. Sie kaufen die Waren einfach nicht mehr. Pro Tag macht der Verband mehrere tausend Euro Verlust.

Nicht einmal mehr regionales Gemüse

„Das ist so deprimierend“, sagte Michael Brückner, Vorsitzender des Verbandes in Nürnberg am Montag. „Wir haben neue Untersuchungsergebnisse, dass unser Gemüse nichts mit dem Darmkeim zu tun hat. Aber dank der Panikmache kaufen die Leute nicht mal mehr regionale Produkte. Jetzt bleiben wir auf der Ernte sitzen.“ Vor kurzem waren in spanischen Gurken die gefährlichen Bakterien nachgewiesen worden.

Am Sonntag sei er mit seinen Arbeitern über die Felder gefahren und habe alle Gurken abernten und Salate zerschreddern müssen, erzählt Brückner. „Gurken kann man nicht einfach auf dem Feld zerhäckseln, weil sonst die Pflanzen kaputt gehen – dann haben wir im August nichts mehr.“

Welches Gemüse und Obst darf man essen?

Seit Freitag sei die Situation besonders schlimm, bestätigen auch die Händler auf Münchner Wochenmärkten und in Lebensmittelläden. Kunden seien so verunsichert, dass sie selbst bei regionalen Produkten zögern. Welches Gemüse und Obst darf man essen, welches soll man meiden?
„Lieber gar kein Gemüse als verseuchtes“, sagt ein Passant auf dem Münchner Viktualienmarkt. «Schauen sie mal bitte, die schönen Gurken aus München bleiben liegen – aber die sind doch nicht verseucht», klagt ein Markthändler und hält ein Exemplar in die Luft. Andere Händler winken ab und zeigen auf ihre gut gefüllten Gemüsestände, an denen die Menschen erst stehen bleiben und dann doch vorbeigehen. „Draußen ist es heiß. Normalerweise essen die Leute da besonders gern knackiges Gemüse und erfrischendes Obst, aber jetzt…“ Der Händler vom Viktualienmarkt schaut ratlos auf den Tomatenberg.

Bäckereien belegen Brötchen ohne Garnitur

In vielen Bäckereien finden die Kunden zwar noch belegte Brötchen
– allerdings ohne die übliche rot-grüne Garnitur. „Solange es keine Entwarnung gibt, gehen wir auf Nummer sicher und lassen das Grünzeug weg“, sagt eine Bäckerin. „Seit letzter Woche ist Skepsis spürbar, die Kunden fragen nach der Herkunft der Produkte und wollen alles ganz genau wissen“, sagt eine Verkäuferin am Erdbeerstand. Bauern und Händler hoffen jetzt auf eine schnelle Aufklärung der Bevölkerung. Es müsse klar werden, welche Produkte wirklich betroffen sind – und das seien nicht die bayerischen, sagte Brückner. „Passiert das nicht, drohen unseren und anderen Betrieben große Verluste und wir müssen gar um unsere Existenz bangen.“ (dpa)

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