Kaffee-Trends auf der Intergastra digital

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Zur Intergastra digital, die vom 8. bis 10 März 2021 stattfindet, kommen Kaffeeexperten aus der ganzen Welt beim ersten virtuellen CoffeeSymposium zusammen, um über Branchen-Neuheiten zu informieren und sich auszutauschen. Experten und Vertreter des Kaffeemarktes thematisieren in ihren Vorträgen schwerpunktmäßig Kaffeenebenprodukte, wie die Kaffeekirsche oder Kaffeeblätter. 

Morning Talk mit Tipps und Tricks für Gastronomen und Café -Besitzer
Den täglichen Startschuss für die Veranstaltung gibt Christian Ullrich, Barista des Jahres und World Latte Art Champion, mit seinem Coffee Morning Talk. Er wird mit den Teilnehmenden der Intergastra digital unter anderem darüber sprechen, wie es mit dem eigenen Café klappt, wie Cafébetreiber die Kaffeequalität mit wenig Aufwand steigern, wie sie Kosten einzusparen, ohne auf Qualität oder Mitarbeiter zu verzichten und wie sie es schaffen, mit Kompetenz Kunden zu binden. Den Teilnehmenden führt der Barista Coffee Master vor, mit welchen einfachen Techniken sie mehr Kaffee verkaufen und wie sie durch einen schnelleren Workflow mehr Kaffee in kürzerer Zeit produzieren.
Ullrich sucht auch das Gespräch und den grenzübergreifenden Austausch mit Kollegen wie dem Barista des Jahres, Daniel Gerlach, mit Nadja Mayrhofer vom kaffe hörna in Nürnberg und Günter Mallin von Tora Roasters in Japan.

Intergastra digital Dr. Steffen Schwarz von Coffee Consulate

Dr. Steffen Schwarz: “ Die Kaffeewelt freut sich auf den globalen Austausch beim ersten digitale CoffeeSymposium“, so Dr. Steffen Schwarz von Coffee Consulate. Bildnachweis: Messe Stuttgart

Großartige Marktchancen für Kaffeenebenprodukte
Am Montag, dem ersten Tag des Symposiums, dreht sich nach dem Auftakt alles um Kaffeenebenprodukte. Vor kurzem wurde Kaffeeblatt-Tee in der EU zugelassen und gewinnt rasant an Marktrelevanz. Davon profitieren vor allem Kaffeebauern, da die Kaffeepflanze nun vielfältiger nutzbar ist und entsprechend in ihrer Rentabilität steigt. Den positiven Effekt für Kaffeebauern und – ganz nebenbei die Umwelt – thematisiert Dr. Dirk W. Lachenmeier vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe.
Dr. Jörg Rieke-Zapp von Coffee Consulate geht im Anschluss auf die Vorteile von Kaffeeblatt-Tees ein. Dieser kombiniere das Beste aus beiden Welten: Koffein wie im Kaffee, nur ohne Kick, dafür mit Langzeiteffekt. Weitere Kaffeenebenprodukte warten derzeit auf die Zulassung im EU-Markt. Dabei setzen die Vertreter der Kaffeebranche schon heute große Hoffnungen in Produktentwicklungen wie Tees, Limonaden oder Bier, für die Kaffeekirschen (auch: Cascara) zum Einsatz kommen können. Über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten spricht Ennio Cantergiani von Success Food aus der Schweiz. „Kaffeenebenprodukte, wie Getränke aus Kaffeeblatt und Kaffeekirschen haben längst das Interesse großer Soft- und Energydrink-Hersteller sowie Brauereien geweckt. Hier kann die Gastronomie völlig neue Erlebnisse und Produkte anbieten, die nach der Pandemie noch wichtiger sind als bisher“, weiß Dr. Steffen Schwarz.
Auf die weiteren Verwendungsmöglichkeiten von Kaffeenebenprodukten geht Dr. Mirko Rennert vom ibp Hof in seinem Vortrag ein. Als Beispiele nennt er die Herstellung von Biopolymeren, Cellulose- und Papierprodukten und Gewinnung von Naturfasern oder Dämmstoffen.

Die neue Kaffeevielfalt verändert den Markt
Am Dienstag stehen die Anbaubedingungen im Hinblick auf die Herausforderungen durch den Klimawandel und den Verlust von Biodiversität im Fokus. Hierzu spricht Dr. Björn Schäfer vom Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart. Schäfer und seine Kollegen widmen sich der internationalen Erhaltungssammlung von Kaffeevarietäten.
Aus der Praxis weiß Tomas Edelmann Toriello von der Finca Hamburgo in Mexico zu berichten. Der Spezialitätenkaffeefarmer erklärt, warum es für ihn so wichtig ist, ein breites Angebot von Kaffeevarietäten und Verarbeitungsstilen anzubieten und auf den direkten Handel zu setzen. Das Thema Artenvielfalt betrifft aber nicht nur die Kaffeepflanze, sondern auch deren Mitgewächse. Damit befasst sich Andrès Quintanilla Belluccivon der Finca La Buena Esperanzaa aus El Salvador. Er weiß um die Notwendigkeit von schattenspendenden Bäumen und wasserbindenden Pflanzen, damit die Qualität und Vielfalt von Kaffee erhalten bleiben kann.
Ein Loblied auf den Kaffee als „neuen Wein“ singt im Anschluss Dr. Steffen Schwarz auf der Hauptbühne. „Nicht alles, was warm und braun ist, ist Kaffee!“, sagt der Kurator des CoffeeSymposiums. Er ist davon überzeugt, dass die Verbraucher ihre Sinne und Geschmacksknospen in der Corona-Pandemie schärfen konnten, viel ausprobiert und Vergleiche gezogen haben. „Die Gastronomie kann künftig nicht mehr ohne ein nachvollziehbar gerechtfertigtes Geschmackserlebnis in der Tasse die hohen Preise für Kaffeegetränke erzielen. Deshalb benötigt Kaffee eine neue Wertschätzung und Inszenierung“, führt der Kaffeeexperte aus. Im Anschluss an seinen Vortrag findet das Online-CupTasting von Coffee Consulate statt. Dabei verkosten die Teilnehmenden verschiedene Parzellenkaffees, wofür Interessierte bis spätestens 3. März 2021 ihr Tasting-Paket online über www.coffee-store.de/cuptasting/online-cuptasting0121 ordern sollten. Enthalten sind sieben verschiedene Spitzenkaffees und natürlich ein Kaffeeblatt-Tee zu je 40 Gramm.

Der Kaffeemarkt im ‚neuen Normal‘
Am Mittwoch widmen sich die Vorträge den Veränderungen durch die Pandemie im Hinblick auf Konsumverhalten, Gastronomie und technische Voraussetzungen. In Angeboten für den perfekten Home Office Kaffee sieht Dr. Aris Kaschefi, Geschäftsführer Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e.V., große Wachstumschancen, die bislang eher ungenutzt blieben. Mit Bäckereien behandelt Raphael Kraus, Geschäftsführer PanPan Brotmanufaktur Kraus GmbH, in seinem Vortrag einen weiteren, nicht unerheblichen Absatzmarkt.
Beim Round Table mit Vertretern der Kaffeebranche unter Leitung von Dr. Steffen Schwarz geht es dann zum Thema Marktchancen für Kaffeenebenprodukte noch einmal in die breite Diskussion. Abschließend befasst sich Marktforscher Mariano Peluso auf der Hauptbühne mit den durch die Pandemie ausgelösten Markt- und Konsumveränderungen in Europa.

 

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