Gastronomen geht die Luft endgültig aus

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„Uns geht jetzt endgültig die Luft aus!“ Diesen verzweifelten Hilferuf der deutschen Gastronome sendete die Initiative „Gastgeberkreis“ bereits am Montag aus. Die Existenz der gesamte Branche ist durch die aktuellen Einschränkungen akut gefährdet. Fehlende Umsätze und mangelnde Hilfen, die nicht ankommen, führen jetzt schon zu vielen geschlossenen Türen in der Gastronomie, die sich nicht wieder öffnen werden. Ein Lockdown-Monat sorgt für circa 55 Prozent Umsatzverlust bei den Gastronomiebetrieben.

„Wir fühlen uns im Stich gelassen!“

Mirko Silz, CEO bei L‘Osteria und Mitinitiator des Gastgeberkreises ist äußert sich alarmiert: „Offenbar hat die Politik nur ein Auge auf in Schräglage geratene börsennotierte Konzerne, sieht aber nicht, in welcher Not die Gastronomiebetriebe und Gastronomen stecken. Wir fühlen uns im Stich gelassen. Nur ein Bruchteil der Novemberhilfen ist ausgezahlt, die bürokratischen Hürden sind hoch, zudem wurden nachträglich die Voraussetzungen für die Unterstützung geändert. Eine Branche mit gut zwei Millionen Beschäftigen braucht sofortige, unbürokratische und umfassende Hilfe, sonst wird aus dem bereits erfolgenden Sterben vieler Betriebe der Tod einer ganzen Branche!  Die Bundesregierung muss nun schnellstmöglich die Interessen des heimischen Mittelstandes in Brüssel durchsetzen und die Schwellenwerte des EU-Beihilferechtes anheben.“

Verlängerung des Öffnungsverbotes

Die von der Bundesregierung ausgesprochene Verlängerung des Lockdowns und damit einhergehend auch das Öffnungverbot der Restaurants verschärfen die Lage der Gastronome weiter. Die aktuellen Zahlen der NPD Group Deutschland zeigen, dass in den Monaten März bis Dezember 2020 im Vergleich zu 2019 ein absoluter Verlust von 45 Prozent in den Gastronomiebetrieben ohne Handel zu verzeichnen ist.

Daher lauten die Forderungen der Gastronomen und Betriebe des Gastgeberkreises:

1. Die Gastronomie darf nicht weit über dem Niveau anderer Branchen belastet werden.
Jede Schließung muss Entschädigungen in Höhe der unverschuldeten Verluste nach sich ziehen.

  • Es geht um die normale Definition von Verlusten – ohne Kleingedrucktes.
  • Es geht nicht um die Entschädigung von entgangenen Gewinnen – sondern um die Sicherung der Existenz.
  • Auch große Gastronomiebetriebe müssen in Höhe der angefallenen Verluste entschädigt werden.

2. Die Gastronomie darf nicht am langen Arm verhungern.
Die Entschädigungen müssen so unbürokratisch und kurzfristig kommen, dass die Liquidität gesichert bleibt.

    • Steuerberater müssen in der Lage sein, beim Antrag zu unterstützen.
    • Verfahren müssen transparent sein und dürfen nicht dynamisch sein.
    • Örtliche Finanzämter müssen in die Hilfsleistungen eingebunden werden, um schnelle Hilfen zu gewährleisten.
    • Behörden und Finanzämter müssen verlässliche Auskünfte zu Verfahren und Vorgehensweisen geben.

3. Professionelles Wirtschaften braucht Planungssicherheit – auch in der Gastronomie

  • Gastronomie braucht Planungssicherheit und Perspektive. Wenn die Wirtschaft wieder hochfährt muss die Gastronomie direkt wieder geöffnet werden. Sie ist nach wie vor der sicherste Ort, um sich zu treffen.
  • Die Gastronomie muss von den Vorleistungen aus dem letzten Sommer profitieren und bei der ersten Öffnungswelle dabei sein.
  • Die Gastronomie darf nicht weiter als unsicherer Ort stigmatisiert werden.

Über den Gastgeberkreis
Der Gastgeberkreis ist ein Zusammenschluss von aktuell rund 40 Gastronomen und Gastrounternehmern, die von der Coronakrise unmittelbar betroffen sind. Ziel dieser Initiative ist es, die Wahrnehmung der Gastronomie in Politik und Gesellschaft zu schärfen.

 

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