Ernährungsupdate 2016

0

Prof. Dr. Erdmann_Vortrag_AELF FFB - Kopie

Prof. Dr. Johannes Erdmann in seinem Vortrag
„Ernährungsupdate 2016“. Foto: AELF Fürstenfeldbruck

Am Mittwoch, 9. März 2016, fand im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck bereits zum 7. Mal die Fachtagung für Fach- und Führungskräfte in der Gemeinschaftsverpflegung statt, wo namhafte Referenten wie Prof. Gertrud Winkler, Gisela Maria Schmitz oder Eva Liebmann ihr Wissen zum Besten gaben. Zahlreiche Küchen- und Einrichtungsleiter, Köche und hauswirtschaftliche Fachkräfte informierten sich über neue Trends in der Ernährung.
Unter dem Motto „Ernährungsupdate 2016“ stand der Vortrag von Prof. Dr. med. Johannes Erdmann. Überwicht und Fettleibigkeit nehmen in der Bevölkerung zu. Dadurch kommt es auch zu einem Anstieg von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Herzkreislauf- und bestimmten Krebserkrankungen. Zudem legte er dar, welche Mikronährstoffe unzureichend zugeführt werden und wie vegetarische und vegane Ernährung im Vergleich zum Fleischverzehr zu bewerten ist. Hier kommt Erdmann zu dem Schluss, dass nach den vorliegenden Daten bei moderatem Fleischverzehr oder vegetarischem und veganen Essverhalten keine schädigende Wirkung zu belegen sei, bei massivem Verzehr von verarbeitetem Fleisch sowie Wurstwaren gäbe es einen gewissen Trend zur Risikoerhöhung. Nicht zu empfehlen sei die vegane Kost dagegen im Kindes- und Jugendalter, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Alter.

In kleinerer Runde konnten sich die Teilnehmer in drei verschiedenen Foren zu speziellen Themen informieren. Prof. Gertrud Winkler stellte in ihrem Forum „Nudging“ vor, ein neuer Ansatz, das Ernährungsverhalten zu ändern. Beim Nudging, zu Deutsch „Anstupsen“ , soll das Verhalten durch Veränderungen im Umfeld beeinflusst werden. So wirkt es sich schon auf die Speisenauswahl der Gäste aus, wenn gesunde Speisen auf der Speisekarte zuerst aufgeführt sind oder wenn in Mensen oder Kantinen der Bezahlvorgang für gesunde Speisen einfacher ist als für andere.

Anhand des Modells der fünf Grundgebärden stellte Gisela Maria Schmitz dar, wie wichtig es ist, dass Körpersprache und gesprochenes Wort sich decken. Behaupten, aufnehmen, Abstand herstellen, beobachten, abwägen, das sind die fünf Grundgebärden. Schmitz zeigte anhand von Beispielen, wie man mit Hilfe eines stimmigen Körperausdrucks, kommunikativen Missverständnissen in der Berufswelt vorbeugt.

Im dritten Forum „Wenn schlucken schwierig wird“ erklärte die Logopädin Eva Liebmann den normalen Schluckakt und zeigte anhand von Röntgenfilmen Schluckstörungen verschiedener Ausprägung und Ursache. Dabei wurde auch die sehr wichtige Rolle der Küche in einer Senioreneinrichtung oder einem Krankenhaus deutlich, die die Kost in der entsprechenden Form und Konsistenz zubereitet, um die Bewohner adäquat zu ernähren.

 

 

 

Kommentare sind deaktiviert