E10 treibt Lebensmittelpreise nach oben

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„Wir haben die Sorge, dass die Konkurrenz auf den Anbauflächen weiter zunimmt und dass sich das auf die Preise auswirkt», sagte Sabine Eichner, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, der Nachrichtenagentur dpa. Sie bekräftigte zugleich die Forderung der Branche nach einem Abbau von Subventionen beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Landwirte können sich beim Verkauf von Weizen, Mais oder Zuckerrüben entscheiden, ob sie ihre angebauten Produkte an die Ernährungsindustrie oder aber als Rohstoffe an Biogas- oder Biokraftstoffproduzenten verkaufen. Da dies hoch subventioniert wird, ist ein solcher Weg für viele Bauern attraktiver. Inzwischen wird sogar befürchtet, dass sich einige Landstriche in Deutschland – etwa in Niedersachsen – deswegen in Mais-Monokulturen entwickeln.

Alkohol ist deutlich teuerer geworden

„Dem Verbraucher ist nicht vermittelbar, warum er einerseits mehr für die Lebensmittel bezahlen soll, aber zugleich über seine Steuern diese Entwicklung auch noch subventioniert“, betonte Eichner. Zwangsläufig steigende Preise wegen der Einführung des Biosprits erwartet auch der Hamburger Feinkosthersteller Carl Kühne: „Alkohol, den wir für die Herstellung von Essig benötigen, ist deutlich teurer geworden“, sagte Kühne-Chef Andreas Schubert der Online-Ausgabe des „manager magazin“. Das liege vor allem daran, dass Alkohol dem Benzin beigemischt werde. „Plötzlich ist Zucker, der als Ausgangsprodukt für Alkohol immer billig war, ein teurer Rohstoff geworden. Die Entwicklung ist aber auch beim Öl für Dressings und Mayonnaise deutlich erkennbar“, fügte er hinzu.

Gezwungen, die Preise zu erhöhen

Auch die wachsende Zahl von Biogasanlagen und der damit verbundene Maisanbau stehe „in absoluter Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau“ und treibe die Pachtpreise nach oben. Als Folge würden zahlreiche Produkte seines Unternehmens teurer. Die gesamte Nahrungsmittelindustrie sei auch aufgrund steigender Weizenpreise gezwungen, die Preise auf breiter Front zu erhöhen. „Irgendwann in diesem Jahr muss der Dammbruch kommen“, prophezeite der Kühne-Chef.

Konkurrenz zwischen Tank und Teller

Eine Sprecherin von Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) betonte indes, die Frage einer Konkurrenz zwischen „Tank und Teller“ sei für die Produktion von Bioethanol nicht so entscheidend, die Anbaufläche von Rohstoffen für Biogas sei viel größer. Auch der Verband der Biokraftstoffindustrie (VDB) betonte, deutsche Verbraucher müssten nicht befürchten, dass Biokraftstoffe die Preise für Lebensmittel steigen lassen. Die Rohstoffkosten bei einem Brot lägen für das Getreide bei etwas über vier Prozent des Endpreises. „Wenn die Lebensmittelindustrie nun die Preise um 10 Cent steigen lässt, dann nur, um sich zusätzliche Gewinne einstecken zu können“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB. (dpa)

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