Bio nicht mehr exklusiv

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Bio-Produkte wie regionaler Salat werden immer öfter gekauft. Foto: Knorr

Bio-Produkte wie regionaler Salat werden immer öfter gekauft. Foto: Knorr

Eine Fallstudie der Universität Hohenheim in Stuttgart am Beispiel Berlins zeigt ein neues Bio-Kaufverhalten. Immer mehr Bio-Stammkunden mit Kindern können sich vorstellen, den Einkauf online zu tätigen, als „regional“ gelten nicht nur Produkte aus der Umgebung, sondern auch Waren aus benachbarten Bundesländern.

Vier von fünf Menschen in der Hauptstadt kaufen heute Bio und der Rest der Republik dürfte bald nachziehen, meint Kommunikationswissenschaftler und Studienautor Prof. Dr. Jens Vogelgesang von der Uni Hohenheim. Denn Berlin sei Trendsetter, vor allem im Lifestyle-Bereich. Außerdem hat der klassische, kleine Bioladen Konkurrenz von Supermärkten, Discountern, Bio-Supermärkten und Wochenmärkten bekommen.

Die Studie zeigt auch, dass Bio nicht mehr exklusiv ist. „Vor allem bei den überzeugten Biokunden finden wir noch die klassischen Charakteristika: Sie sind überwiegend einkommensstark, gut gebildet mit leicht höherem Frauenanteil.“ Aber: „Die Grenzen verwischen sich: spätestens bei den Gelegenheitskäufern finden wir heute alle Altersgruppen, Bildungs- und Einkommensschichten.“

Andere Faktoren wie eine vegetarische Ernährung oder Lebensmittelunverträglichkeiten spielen laut Prof. Dr. Vogelgesang hingegen eine eher untergeordnete Rolle, wenn es um die Entscheidung zum Biokonsum geht.

Vor allem für Familien mit Kindern ist Bio-Online-Shoppen attraktiv: 37 % können sich vorstellen, Lebensmittel online zu bestellen und 20 % tun es bereits. 84 % der Befragten ist gemein, dass es ihnen wichtig ist, ihre Produkte einzeln zusammenstellen zu können. Lediglich 8 % möchten fertige Produktboxen oder ausgewählte Zutaten für ein Gericht nach Rezept geschickt bekommen.

„Der Begriff ist nicht geschützt, weswegen die Ansichten darüber, welche Transportwege für Lebensmittel noch als regional gelten, auseinandergehen können“, erklärt Prof. Dr. Vogelgesang.

Vor allem gelten Produkte aus dem eigenen oder benachbarten Bundesland bei einer Mehrheit der Befragten als regional. Weitere Entfernungen werden maximal von einem Drittel der Befragten akzeptiert.

 

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