Beerenobst: Träger von Krankheitserregern?

0

Ob frische Erdbeeren, tiefgekühlte Himbeeren in sommerlichen Getränken oder Mischungen verschiedener Beeren auf Kuchen und Desserts – gerade im Sommer wird Beerenobst besonders häufig verzehrt. Beeren schmecken nicht nur lecker, in ihnen stecken auch viele Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Beerenobst kann aber auch Träger von Krankheitserregern sein sowie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten, wie Ergebnisse aus verschiedenen Untersuchungsprogrammen der Lebensmittelüberwachung zeigen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt, frisches Obst stets gründlich zu waschen und Tiefkühlware vor dem Verzehr zu erhitzen. 

Vor allem Erdbeeren können aufgrund ihres Kontaktes zum Erdboden unterschiedlich stark mit Mikroorganismen belastet sein. Neben für den Menschen ungefährlichen Keimen können auch Zoonoseerreger auf die Erdbeeren gelangen. Zoonoseerreger sind Krankheitserreger, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden und bei diesem Erkrankungen auslösen können. Die Tiere scheiden manche dieser Erreger über den Kot aus, was zu deren Verbreitung in der Umwelt und unter Umständen zu einer Kontamination von pflanzlichen Lebensmitteln führt.

Mikrobiologische Belastung

Um die Belastung von frischen Erdbeeren mit Zoonoseerregern abzuschätzen, wurden im Jahr 2013 im Rahmen des vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordinierten Zoonosen-Monitorings insgesamt 825 Proben von Erdbeeren aus landwirtschaftlichen Erzeugerbetrieben und dem Einzelhandel auf das Vorkommen von Salmonella spp., Campylobacter spp., Listeria monocytogenes und shigatoxin-/verotoxinbildenden Escherichia coli (STEC/VTEC) untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass von frischen Erdbeeren nur ein geringes Risiko für eine Infektion des Menschen mit Zoonoseerregern ausgeht, da weder Salmonellen noch STEC/VTEC nachgewiesen wurden und nur einzelne Proben mit Campylobacter (0,3 % positive Proben aus dem Einzelhandel) und Listeria monocytogenes (etwa 1 % positive Proben aus Erzeugerbetrieben und dem Einzelhandel) belastet waren.

Viren in Tiefkühlkost
Tiefgefrorenes Beerenobst wird in großen Mengen importiert und besonders für die Herstellung von Produkten wie Fruchtjoghurt, Konfitüre, Eiscreme oder Backwaren verwendet. Mit Hepatitis-A-Viren oder Noroviren kontaminierte tiefgefrorene Beeren waren schon mehrfach Auslöser von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen. So etwa im Jahr 2012 in Deutschland, als tausende Kinder und Jugendliche erkrankten, nachdem sie in der Schulspeisung mit Noroviren belastete tiefgekühlte Erdbeeren aus China verzehrt hatten. Der Vorfall führte dazu, dass anschließend in die EU importierte Tiefkühl-Erdbeeren aus China verstärkt kontrolliert wurden.

Foto: 5second/stock.adobe.com

Aufgrund entsprechender Meldungen im Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel werden bereits seit Oktober 2015 verstärkt tiefgekühlte Himbeeren aus Serbien beim Import in die EU auf Noroviren kontrolliert. Serbien liefert derzeit mehr als 60 % der in die EU importierten tiefgefrorenen Himbeeren (ca. 40.000 t pro Jahr). Die Ergebnisse dieser verstärkten Kontrollen zeigen, dass immer wieder tiefgekühlte Himbeeren importiert werden sollen, die Noroviren enthalten. Ursachen einer Kontamination mit Noroviren können beispielsweise verunreinigtes Bewässerungswasser, unsachgemäße Düngung und mangelnde Personalhygiene bei der Ernte und Weiterverarbeitung der Beeren sein.

1 2

Kommentare sind deaktiviert