«Koch des Jahres 2012» kommt aus Nürnberg

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Neben Michelins Sternen sind die Hauben des Gaul Millau die begehrteste Auszeichnung der Haute Cuisine.

München – Der «Koch des Jahres 2012» des Restaurantführers «Gault Millau» heißt Andree Köthe. Der 47-jährige Aroma- und Gemüsespezialist führt zusammen mit seinem Partner Yves Ollech (40) das Restaurant «Essigbrätlein» in Nürnberg. Er bekam auf der 20-Punkte-Skala des französischen Gourmetführers wieder 18 Punkte, was den zwei Sternen entspricht, die er auch weiter in dem vor einer Woche veröffentlichten «Michelin»-Führer 2012 hält.

Für «Gault Millau»-Chefredakteur Manfred Kohnke ist Köthe «der Pionier der deutschen Gewürz- und derzeit so modischen Gemüseküche». Er überzeugte mit ungewohnten Kreationen wie Schnittlauchsaft zu Aprikose und Reh oder Ruccola-Sauce zu Rahmeis mit Himbeeren. Köthe sagte der Nachrichtenagentur dpa, er habe die Auszeichnung eigentlich gar nicht allein verdient. Sein Erfolg sei ohne seinen Partner und Küchenchef Yves Ollech gar nicht denkbar. Der Nordhesse Köthe führt das kleine 20-Plätze-Restaurant in einem historischen Gebäude der Nürnberger Altstadt seit 1989.

Der Koch des Jahres Andree Köthe mit Partner Yves Ollech vor seinem Restaurant. Foto: Christian Verlag

In dem am Montag in München vorgestellten «Gault Millau 2012» rückt der Berliner TV-Koch Tim Raue mit seinem asiatisch geprägten Stil in die Gruppe der «weltbesten» Restaurants auf, von denen es zwölf in Deutschland gibt. Im neuen «Michelin» hat Raue dagegen weiterhin nur einen Stern, wurde aber als «Hoffnungsträger» für den zweiten bewertet. Aus der Top-Gruppe des «Gault Millau» mit mindestens 19 Punkten muss das «Fischers Fritz» in Berlin absteigen. Sven Elverfeld vom «Aqua» aus Wolfsburg wird dagegen von 19 auf 19,5 aufgewertet. 20 Punkte wurden in Deutschland noch nie vergeben.

Kritik vom Chefredakteur

In die Gruppe der 18-Punkte-Restaurants rücken im «Gault Millau» 2012 auch das «La Vision» aus Köln und das «Rosin» in Dorsten auf. Sie hatten im «Michelin 2012» ebenfalls erstmals zwei Sterne bekommen. Auch der Avantgardekoch Juan Amador hat nun 18 Punkte, im «Michelin» gehört er auch nach seinem Umzug nach Mannheim weiter zur Spitzengruppe mit drei Sternen.

Im Aufwärtstrend sehen beide Führer in Berlin das «Reinstoff» und das «Lorenz Adlon», während das «Jacobs» in Hamburg beim «Michelin» auf- und beim «Gault Millau» abgewertet wird.

Der für seine Kritiken gefürchtete «Gault Millau»-Chefredakteur verurteilt in seinem Vorwort die immer kleinteiligeren Kreationen auf den Tellern und die Bedienung. Der Service komme etwa doppelt so oft wie früher an die Tische, störe die Gespräche und habe ständig etwas zu erklären: «Man fühlt sich in den meisten Toprestaurants mittlerweile wie in einem Überwachungsstaat.» (Von Christian Volbracht, dpa)

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